Veltensmühle/Harsleben l Mehr als zwei Stunden nahm sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff Zeit, um in Harsleben mit den vom Hochwasser betroffenen Menschen zu sprechen. Zuvor war er gemeinsam mit Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) in Ilsenburg und Silstedt gewesen.

Nach diesen Besuchen war von der Zurückhaltung des Landes in Punkto Soforthilfe für die Hochwasser-Opfer nichts mehr zu spüren. „Es wird keiner alleine gelassen“, sagte Haseloff im Anschluss. Manche Menschen seien gut durch Versicherungen geschützt. In diesen Fällen will die Landesregierung auf die Versicherer einwirken, damit diese schnell und unbürokratisch helfen. So werden Vertreter der ÖSA bereits ab heute in den betroffenen Gebieten sein, um die Schäden aufzunehmen.

Lösung wird gefunden

Aber auch in jenen Fällen, bei denen die Hochwasser-Opfer ohne oder mit geringem Versicherungsschutz dastehen, wolle das Land helfen, sicherte Haseloff noch unter dem Eindruck der Gespräche mit den Menschen zu. Ohne zu diesem Zeitpunkt bereits Details nennen zu wollen, sagte er. „Wir müssen sehen, wie wir das solidarisch hinbekommen.“Die Bürgermeister der vom Hochwasser betroffenen Gemeinden seien nun gefordert, dem Land die Fälle zu melden. Haseloff versprach: „Wir finden überall eine Lösung.“ Es gehe darum, dass die Menschen schnell in ihr gewohntes Leben zurückkehren können.

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Der Ministerpräsident kündigte Investitionen in den Hochwasserschutz an. Die Ereignisse der vergangenen Woche hätten gezeigt, dass die bisherigen Schutzmaßnahmen nicht ausreichen. „An vielen Stellen muss umgeplant werden.“ Das Landeskabinett werde sich am 8. August mit den notwendigen Hilfsmaßnahmen beschäftigen. So lange dauere es noch, die durch die Fluten entstandenen Schäden aufzulisten und die für deren Beseitigung notwendigen Finanzen zu beziffern. Dann stehe die Entscheidung an, welche Programme passen und wie das Geld aufgebracht wird.

Vorsorge für die Zukunft

Dabei gehe es nicht nur um die Beseitigung entstandener Schäden, sondern auch um Vorsorge für die Zukunft. „Wir müssen damit rechnen, dass solche Ereignisse immer wieder auftreten“, sagte Haseleff. So hätten sich in den vergangenen Jahren im Harz die hydrologischen Bedingungen geändert, darauf müsse reagiert werden. Das werde Thema sein, wenn am Dienstag Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) in den Harz kommt.

Die Halberstädter und Harslebener werden der Ministerin einiges sagen können, was noch geschehen müsste. Auch Peter Windhövel aus Veltensmühle, der wie die meisten seiner Nachbarn betroffen ist, berichtet von der Notwendigkeit, den Hochwasserschutz im Bereich Mahndorf und Veltensmühle zu verbessern. Aber auch an der Stromversorgung müsste einiges getan werden. Weil im Ort noch alte Technik installiert ist, die den Fluten nicht gewachsen war, mussten die Menschen 61 Stunden ohne Strom auskommen.

Harslebens Bürgermeisterin Christel Bischoff (WG Bürger für Harsleben) zeigte sich am Sonntag froh darüber, dass sich Ministerpräsident Haseloff die Situation in ihrem Ort angeschaut hat. Sie spricht sich ebenfalls für besseren Hochwasserschutz aus, sieht dabei aber den Landkreis Harz in der Pflicht. Der müsse das entsprechende Förderprogramm umsetzen.

Bitte um Spenden

Aber Programme alleine reichen nicht aus, damit die Menschen die Hochwasser-Folgen bewältigen können. Für sie bittet Bischoff um Spenden.

Konto der Gemeinde Harsleben, Kennwort: Spende-Gem. Harsleben Hochwasserhilfe, IBAN: DE 28 8105 2000 0901 042765, BIC: NOLADE21HRZ