Wernigerode l Eine neue Informationstafel mit dazugehöriger Schauvitrine soll seit kurzem das Interesse der Gäste des Natur-Erlebniszentrums HohneHof für eine Thematik wecken, die nicht nur den Nationalpark Harz beschäftigt – das Thema „Müll in der Natur“.

Chantal Liebisch, Teilnehmerin am Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) hat eine „Müllverrottungssimulation“ entwickelt, um die Spuren oft unbedachter Entsorgung des Unrats sichtbar werden zu lassen und für das Thema zu sensibilisieren.

Fälle häufen sich

Parksprecher Friedhart Knolle: „Gerade in den letzten Jahren kommt es zunehmend vor, dass Besucher, die eigentlich den Harz erkunden, um ungestörte Natur zu genießen, mitgebrachten Verpackungsmüll achtlos entsorgen.“

Besonders an Hauptwanderwegen und Rastplätzen bleiben Abfälle wie Flaschen, Alufolie oder Plastik oft unter der Bank oder im Gebüsch liegen.

Über 1000 Säcke gesammelt

Knolle: „Über tausend Säcke Müll sammeln allein die Nationalpark-Ranger jedes Jahr im Schutzgebiet.“ Das ist in der Landschaft dabei nicht nur unschön anzuschauen, die Ablagerungen sind auch gefährlich für viele Tiere oder können sogar Waldbrände verursachen.

Deshalb hat sich Chantal Liebisch am Natur-Erlebniszentrum HohneHof dieses brisanten Themas angenommen. Mit ihrem Projekt möchte sie die Nationalpark-Besucher wachrütteln und darüber informieren, wie lange die Spuren ihres unbedachten Handelns in der Natur bleiben.

Lebensnahe Darstellung

Unter lebensnahen Bedingungen können Gäste in der von ihr angelegten Schauvitrine beobachten, wie lange beispielsweise eine Glasflasche das Schutzgebiet verschandelt. Mit dem aktuellen Datum versehen, wird demonstriert, wie schnell verschiedene Abfallarten verrotten und dass Glasflasche, Coladose und Co. auch in einigen Jahren noch genauso unverändert dort zu finden sein werden.

Der Sprecher: „Für Wanderer wäre es nur eine Kleinigkeit, den Verpackungsmüll im Rucksack wieder mit nach Hause zu nehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen.“

Bei der Umsetzung ihrer Idee erhielt Chantal Liebisch Unterstützung von den Kollegen der Nationalpark-Werkstatt Drängetal. Damit keine Tiere zu Schaden kommen können, ist die Müllsimulation mit einem Drahtgitter gesichert worden.

Beim diesjährigen Umweltpreis 2018 der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) wurde das Projekt laut Knolle mit einem Anerkennungspreis gewürdigt.