Schüleraustausch

Junge Lehrer aus Israel

Das Halberstädter Martineum strebt eine Partneschaft mit einer Schule in Israel an.

Von Von Renate Petrahn

Halberstadt l Eine Unterrichtsstunde, die nicht auf dem Lehrplan steht, fand am Montag im Martineum statt. 18 Gymnasiasten aus Israel gestalteten eine Stunde „Israel“ für zehnte und zwölfte Klassen in der Schule am Johannesbrunnen.

Im Rahmen einer angestrebten Schulpartnerschaft zwischen der Har EL High School in Mevasseret Zion und dem Gymnasium Martineum waren sie in der Bildungseinrichtung zu Gast. Begleitet wurden sie von Yoram Winter.

Der Lehrer für Literatur und Hebräisch hat eine besondere Beziehung zu Halberstadt. Hier lebten seine Vorfahren, bevor sie während der Zeit des Nationalsozialismus nach Palästina emigrierten. Zusammen mit den Israelis waren auch Schüler und Lehrer vom Rhein-Sieg- Gymnasium in St. Augustin bei Bonn nach Halberstadt gekommen, die seit den 1990er Jahren einen Schüleraustausch mit dem Gymnasium aus der Nähe von Tel Aviv verbindet.

Nach einem herzlichen Willkommensgruß durch Christine Schäning, der stellvertretenden Schulleiterin, stellten Jessica Feider, Alena Geffert, Jessica Garz und Maksim Olesniuk das Martineum den Gästen vor. Aufgrund ihrer ausgezeichneten Englischkenntnisse wurden sie für diese Aufgabe ausgewählt. Nach einer kurzen Vorstellung Israels, seiner Geschichte und seiner Gegenwart stellten die Halberstädter Schüler Fragen an ihre Gäste, zum Beispiel die, welche Plänen sie für die Zeit nach dem Schulabschluss hätten. „Wir gehen zur Armee“, sagten die Israelis. Nicht nur, weil Männer und Frauen, mit Ausnahme ultraorthodoxer Juden, wehrpflichtig sind, sondern, „weil die Armee ein wichtiger Teil unseres Lebens“ ist.

Die Schüler erklärten den Martineer, dass die Armee eine zentrale Rolle in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Identität spielt. Die Armee sei die größte staatliche Organisation, die sich um die Neueinwanderer und um deren Integration in die israelische Gesellschaft kümmert. Außerdem, so die Schüler weiter, biete die Armee gute Ausbildungsmöglichkeiten und die soziale Verbindungen aus der Armee sind oft ein Sprungbrett für eine spätere berufliche Karriere.

Kaum alles erklärt, klingelte es bereits, und die besondere Schulstunde war bereits zu Ende. Damit endete aber noch nicht der Besuch der Gäste aus Mevasseret Zion und St. Augustin. In Begleitung von Jessica Feider, Alena Geffert, Jessica Garz und Maksim Olesniuk lernten sie noch die Sehenswürdigkeiten im Zentrum der Domstadt – den Dom, die Steine der Erinnerung und des Gedenkens, die Museen Heinanum und Gleimhaus, die Martinikirche und das Rathaus kennen. Auch der Grundschule „Miriam Lundner“ stattet sie einen kurzen Besuch ab.

Und obwohl der Aufenthalt der Israelis in Halberstadt nur wenige Stunden dauerte, eine Fülle von Eindrücken haben sie den Halberstädter Schülern vermittelt. Von den landschaftlichen Schönheiten des kleinen Landes, das gerade mal so groß wie Sachsen-Anhalt ist, seinen Menschen und vor allem seiner Jugend, die weitaus lebhafter ist als hier allgemein gewohnt.

Und dem einen oder dem anderen der Martineer würde ein Bad im Toten Meer, ein Besuch der Negev-Wüste oder der Berge in Galiläa durchaus gefallen, hieß es am Ende des Besuchtages.