Halberstadt l Mit einem Kaffee geht es in den Sommer. Jedenfalls in den Klostersommer. Bei hoffentlich schönem Wetter soll das weitläufige Gelände des Burchardiklosters sich am 1. Juli in eine Theaterbühne verwandeln, wenn das Nordharzer Städtebundtheater zum „Abschiedsdinner“ einlädt. Aber bevor die Mimen auf der Bühne loslegen, wird den Gästen Kaffee gereicht, kündigt Detlef Rutzen an. Kredenzt von den Mitarbeitern der AWZ gGmbH, die auch sonst dem alten Kloster Leben einhauchen.

Der Klostersommer ist dabei der kleinste Aspekt, wenn auch einer, der hilft, die große Anlage im Norden der Altstadt bekannter zu machen. Die Idee von Open-Air-Veranstaltungen ist nicht neu, bereits in den vergangenen Jahren gab es vereinzelt Angebote. Inzwischen hat sich das alles so gemausert, dass man mit Fug und Recht von einem Klostersommer sprechen kann.

Gelände wird aufgemöbelt

Zumal auch das Areal seit Jahren in enger Abstimmung mit der Stadt und der kommunalen Beschäftigungsagentur Stück für Stück saniert und damit besser nutzbar gemacht wird. Davon profitieren nicht nur Gäste, die das John-Cage-Orgel-Kunst-Projekt besuchen, das in der Klosterkirche und im Herrenhaus beheimatet ist, sondern auch die Vereine, die die im Kloster zur Verfügung stehenden Räume nutzen. Und die Hunderte von Schülern, die in den Werkstätten und verschiedenen Ausbildungsräumen Angebote zur Berufsorientierung erhalten.

Mit solchen Angeboten steht das Team des AWZ in bester Klostertradition – waren diese doch immer Orte der Bildung, der Arbeit und des Glaubens. „Der spielt bei uns allerdings keine Rolle“, sagt Geschäftsführer Detlef Rutzen schmunzelnd.

Viele Nutzer im Haus

Unter dem Dach des Klosters finden sich Probenräume für Bands, die Ateliers zweier Künstlerinnen, es treffen sich Malzirkel, Chöre, Selbsthilfegruppen, der Musicalverein „Halberstädter Zeitenreise“, Mitglieder einer Gewerkschaft, es gibt Gesundheitsangebote und vieles mehr.

Die Vereine noch mehr in die öffentlichen Angebote zum Beispiel bei dem Sommer- und Weihnachtshöfen einzubinden, sei eine Idee, an deren Umsetzung man künftig weiter arbeiten will, berichtet Detlef Rutzen. Das Areal des Klosters hat Platz für viele Arten von Veranstaltungen. Erinnert sei nur an die Mantrakonzerte im weitläufigen Garten, die sich jetzt aber wohl auf Wunsch des Musikduos The Love Keys mehr in der alten Scheune abspielen werden, weil die Atmosphäre dort intimer sei.

Musikgala ist Magnet

Dass sich die Musikgala im und vor dem Torhaus zu einem wahren Veranstaltungshöhepunkt entwickelt hat, freut Rutzen sehr, war diese Gala doch der Beginn einer guten Zusammenarbeit mit dem Nordharzer Städtebundtheater. Es sind meist mehr als 500 Zuhörer, die auf den Bänken und Stühlen Platz nehmen und dem Konzert lauschen. Selbst bei Regen harren die Musikfans aus. Mit einer Komödie werde dieses Angebot nun erweitert - und um den Kaffee, der vor Beginn gereicht wird.