Koloss aus Schutt und Erde

Von Anett Roisch

Auf einem künstlichen Berg bei Calvörde soll eine neue Photovoltaikanlage entstehen.

Calvörde l Bei einer Zusammenkunft des Gemeinderates waren die Aufschüttungen am Ortsrand von Calvörde in Richtungen Flechtingen Thema. Immer wieder gäbe es nach Auskunft von Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) Fragen der Bürger nach dem Koloss, der sogar manchem Betrachter an ägyptische Pyramiden erinnern würde. "Nein, es ist keine Pyramide und auch nicht ein zweiter Brocken, sondern der Berg besteht aus Bauschutt und dem Aushub von Baustellen - also aus absoluten Naturmaterialien. Dafür gibt es eine Baugenehmigung", erklärte Schliephake.

Frank Bigall, Geschäftsführer der Horst Herrmann GmbH in Calvörde, erklärte die Vorgeschichte: "Das war früher das Betriebsgelände einer Firma, die einen Containerdienst betrieb und dort den Bauschutt und den Ziegelbruch zwischenlagerte. Es lagen dort immer noch etwa 150 000 Kubikmeter Bauschutt, der noch nicht aufgearbeitet war. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet. Der Landkreis Börde hat verfügt, dass die Gemeinde den Platz räumen muss."

Entsorgung hätte etwa eine Million Euro gekostet

Die Entsorgung hätte - nach der Einschätzung von Bigall - der Gemeinde etwa eine Million Euro gekostet. "Wir sind vor fünf Jahren auf die Idee gekommen, den Bauschutt großflächig zu verteilen und mit Bodenschub von umliegenden Baustellen abzudecken. Damit keine Umweltgefährdung auftreten kann", erklärte der Geschäftsführer. Bigall verwies darauf, dass es Kontrollen von Mitarbeitern des Umweltamtes des Landkreises gab. "Die Bestandteile des Bodens, den wir aufbringen, werden geprüft", erklärte Bigall.

"Das Projekt wurde vom Landkreis genehmigt und alle zuständigen Behörden haben zugestimmt", ergänzte Schliephake. Nach den Ausführungen des Gemeindechefs sähe die Baugenehmigung genau diese Form, die jetzt vorzufinden ist, vor. "Die Genehmigung erlaubt sogar noch eine höhere Ablagerung, die aber nicht erreicht wird", erklärte Schliep- hake. Bigall bestätigte: "Ja, 32 Meter sind erlaubt, aber wir gehen nicht höher als die 28 Meter, die wir jetzt erreicht haben. Es soll ja nicht optisch zu hoch werden. Deshalb werden wir auch noch einige Flächen planieren und dann vielleicht nur auf eine Höhe von 25 Meter kommen."

Die einzelnen Ablagerungsterassen seien größtenteils fertiggestellt. Nur die Auffahrt zum Koloss müsse noch beendet werden. Insgesamt bestehe der Berg auf der etwa zwei Hektar großen Fläche aus etwa 300 000 Kubikmeter Bauschutt und Erdaushub. "Im Juli oder August soll das Projekt aus unserer Sicht zum größten Teil fertig sein. Dann werden wir das Grundstück an das Unternehmen, das die Photovoltaikanlage aufbringt, übergeben. Ende August will die Firma die Anlage bereits installieren", erklärte Bigall.

Es ist die zweite Photovoltaikanlage, die demnächst in Calvörde errichtet wird. Eine weitere ist auf dem Gelände der ehemaligen Konservenfabrik geplant.