Osterwieck l Handwerker sind Anfang dieser Woche ins einstige Osterwiecker Elektrizitätswerk eingezogen. Am Veranstaltungssaal werden sie nur wenig verändern. Ihre Arbeit konzentriert sich oben auf die Galerie. Dort werden Büroräume eingerichtet. Denn das E-Werk wird der neue Sitz für die Firma MT – Messe & Event GmbH. MT steht für Malte Theuerkauf, der seine Firma vor sechs Jahren auf dem Grundstück seiner Eltern in Dedeleben gegründet hatte und seit 2014 im heimischen Wohnhaus in der Osterwiecker Altstadt arbeitet. Dort ist es nun allerdings für seine mittlerweile sechsköpfige Firma zu eng geworden. Anfang Januar will das Unternehmen umziehen.

Malte und Ina Theuerkauf haben als neue Eigentümer am Wochenende die Schlüssel fürs E-Werk von Familie Altunjan übernommen. Altunjans hatten das Industriedenkmal mit großem persönlichen Aufwand zur Kulturstätte ausgebaut. Konzerte mit Musik-Größen wie Al Di Meola, Kabarettveranstaltungen und vieles mehr gab es hier in den zurückliegenden sieben Jahren zu erleben. Und das wollen Theuerkaufs auch fortsetzen. Fürs nächste Jahr sind die Künstler bereits engagiert. Dazu gehören Comedians wie Markus Maria Profitlich und Ingo Oschmann. Die aus den Vorjahren bekannten Musikformationen Holmes & Watson und True Collins werden weiterhin im E-Werk auftreten.

An kulturellen Veranstaltungen hatte Theuerkauf in Osterwieck die jährliche Kneipennacht 2013 mit ins Leben gerufen. Der Ursprung seiner Firma aber liegt im Messegeschäft. Sein erste große Messe zeigte Industriearmaturen in Bochum, mittlerweile gibt es diese Fachmesse auch in Leipzig. Mit mehr Personal hat sich die Firma breiter aufgestellt, organisiert jetzt zum Beispiel Firmenjubiläen. „Wir sind deutschlandweit tätig, hatten bisher mit Osterwieck noch keine größeren Berührungspunkte“, sagte Malte Theuerkauf.

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Neue Eigentürmer wollen Kulturstätte erhalten

Es war also der fehlende Platz, der den Unternehmer nach einem neuen Objekt für einen Firmensitz Ausschau halten ließ. Am liebsten ein Fachwerkhaus in der Altstadt. „Wir waren eineinhalb Jahre auf der Suche, haben aber nichts Passendes gefunden.“ Und irgendwann im Spätsommer kam das Gespräch mit Ehefrau Ina auf das E-Werk. „Wir haben unser Interesse bekundet, und es gab wirklich sehr gute Gespräche mit Familie Altunjan“, unterstrich Malte Theuerkauf. „Wir möchten ihren Gedanken, Kultur nach Osterwieck zu bringen, weiterführen.“

Dafür steht auch die Musikschule, die Altunjans bisher hier im E-Werk betrieben haben. „Die Weihnachtskonzerte der Musikschule werden hier weiter stattfinden. Das ist eine schöne Sache für beide Seiten.“ Die Musikschule selbst ist jetzt in die Ernst-Thälmann-Straße 22 umgezogen. Theuerkaufs Konzept sieht drei Säulen für die Veranstaltungen im E-Werk vor. Zum einen Privatveranstaltungen bis hin zu Hochzeiten, egal ob die Bewirtung und Betreuung von den Gästen selbst oder durch seine Firma organisiert wird.

Zum zweiten Firmenveranstaltungen. Von Schulungen, Tagungen bis Vorträgen. In diese Kategorie fällt auch eine Business-Christmas-Party Ende 2019. Firmen mieten ihren Tisch für die Weihnachtsfeier, feiern in ihrem Team, aber zugleich in einem Saal mit anderen Unternehmen zusammen. „Das ist ein Versuch, ich bin gespannt, ob das in Osterwieck funktioniert.“

Comedy und Konzerte im Eventwerk

Als dritte Säule stehen die öffentlichen Veranstaltungen. Comedy, Kabarett, Konzerte, aber auch eine Frauentagsfeier am 8. März und für Osterwieck nach längerer Unterbrechung ab 2019 wieder eine Silvesterparty. „Es wird vier bis fünf Highlights im Jahr geben“, sagte Malte Theuerkauf, betonte aber zugleich, dass im E-Werk keine Disco- oder Kneipenabende stattfinden werden.

Mit dem Eigentümerwechsel wird sich nun auch der Name des Hauses verändern. Aus dem E-Werk wird das Eventwerk. „Das ist eine schöne Idee meiner Frau gewesen“, sagte Malte Theuerkauf. Die neue Internetseite unter diesem Namen ist bereits in Betrieb: www.eventwerk- osterwieck.de.

Draußen an der Fassade aber wird der große Schriftzug „Städtisches Elektrizitätswerk“ erhalten bleiben. Und damit das Haus an der vielbefahrenen Kreuzung in der Ernst-Thälmann-Straße besser zur Geltung kommt, soll es künftig im Dunkeln angestrahlt werden.