Blankenburg l Dass es im Kloster Michaelstein vor den Toren Blankenburgs singt und klingt, ist nicht Ungewöhnliches. Nur sorgten dort am Sonnabend Dutzende Musikschüler aus dem gesamten Harz für eine einzigartige Stimmung. Ob an der Orgel in der Kirche, mit Jazz, Rock und Pop im Kreuzhof, mit Folkband und Gitarrenensemble im Kalefaktorium oder mit Cellogruppen und Blockflöten im Refektorium: Mitschüler, Lehrer und vor allem Eltern und Großeltern genossen einen außergewöhnlichen musikalischen Nachmittag, der mit der Zeugnisübergabe und Wettbewerbs-Ehrungen für die Nachwuchsmusiker gekrönt wurde.

Bereits am Vormittag hatte sich zum Festakt aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Kreismusikschule Harz die Musikscheune gefüllt. Vor zahlreichen Vertreter aus Politik und Verwaltung, Lehrern, Musikschülern und Eltern zog die amtierende Landrätin Heike Schäffer ein positives Fazit der vergangenen zehn Jahre. „Bei allen Schwierigkeiten, die so eine Fusion – ein Größerwerden - mit sich bringt, haben es die Mitarbeiter geschafft, dass mittlerweile die Schule nach außen als eine Einheit wahrgenommen wird und dennoch ihre positiven Unterschiede bewahrt hat“, sagte sie. „Die „Kindheit der Kreismusikschule Harz“ – vor zehn Jahren aus den Musikschulen Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode gebildet - sei gut gelungen.

1300 Schüler

Rund 1300 Schüler, 1000 Unterrichtsstunden pro Woche, 1007 Schüler, die in Ensembles mitwirken, und etwa 300 Veranstaltungen im Jahr, an denen die Kreismusikschule Harz teilnimmt, seien Zahlen, die sich wirklich sehen lassen können, so Heike Schäffer, die neben diesen Zahlen die hohe Qualität der Ensembles und Projekte lobte. Besonders hervor hob sie die großen Dreiklangkonzerte und die Gemeinschaftskonzerte mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode. „Wenn über 60 Musikschüler aus allen Standorten der Kreismusikschule Harz gemeinsam mit den Profis tolle Programme auf die Beine stellen, präsentieren sie die Früchte der kreativen und qualitativ hervorragenden Arbeit in der Kreismusikschule“.

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Dies unterstrich auch Dr. Christian Reineke, der ebenfalls auf das Qualitätsmanagement der Einrichtung verwies. Alle vier Jahre stelle sich die Kreismusikschule der Re-Zertifizierung. „Alle Eltern dürfen sich daher sicher sein, dass ihre Kinder bundesweit auf dem höchsten Standard ausgebildet werden“, sagte er. Die enorme Entwicklung machte er auch an der Quote der fest angestellte Lehrkräfte fest, die aktuell bei rund 80 Prozent liege. „Dies schafft hervorragende, attraktive Bedingungen - gerade im ländlichen Raum“, so Reinicke, der die festen Lehrer-Schüler-Bindungen und die hohe Identifikation mit der Musikschule lobte. Ausdruck dafür sei die hohe Zahl an Mehrfachunterricht im Harz: „Dies schafft keine andere Musikschule in Sachsen-Anhalt“, sagte Reinicke und verwies auf zahlreiche Wettbewerbspreise und die enorme Ensemble-Arbeit. Deshalb gratulierte er auch den Kreistagsabgeordneten für ihren starken politischen Willen, diese Entwicklung emöglicht zu haben und diese fortzuführen. „Die Kreismusikschule Harz ist ein Aushängeschild unseres Landesverbandes. Hier wird hervorragende musikalische Bildungsarbeit geleistet.“

Preisträger zu Gast

Und davon konnten sich auch die Gäste in der Musikscheune überzeugen, als die Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“, Celina und Robin Delgado, eine Mozart-Sonate vierhändig am Klavier spielten sowie das Jugendkammerorchester mit klassischen und zeitgenössischen Stücken brillierte.

Großen Applaus bekam zudem Patrick König, der im Auftrag der KMS ein Image-Video produziert hatte, das an diesem Tage online ging.