Bauarbeiten

Neues Antlitz für Osterwiecker Wallstraße

Drei Jahre war es ruhig um den Straßenbau in der Osterwiecker Altstadt. Dieses Jahr nun geht es weiter - mit der Wallstraße. Die Arbeiten kommen gut voran und liegen im Plan.

Von Mario Heinicke

Osterwieck l Die Wallstraße war lange Zeit eine Straße, die man mit seinem Auto oder Fahrrad besser gemieden hat. Grobes Pflaster und viele Löcher. Das wird künftig anders sein. Die Pflasterer sind bereits dabei, den ersten Abschnitt zwischen Schreiberhof und Hagen mit Kleinpflaster zu versehen. Bis Mitte Oktober soll auch der Schreiberhof selbst neu gestaltet sein.

Anfang März hatten die Bauleute mit ihren Arbeiten begonnen. Zunächst wurde der Untergrund vorbereitet. Dazu gehören neue Leitungen für Trink- und Abwasser, für die die Ilsetaler Anstalt verantwortlich zeichnet. Die alten Leitungen befanden sich in sehr schlechtem Zustand, berichtete Planer Lutz Teske aus dem Wernigeröder Büro von Damer und Partner. Erstmals erhält die Wallstraße einen Regenwasserkanal.

Anfangs mussten die Bauleute etwas umdisponieren. Eine alte Mittelspannungsleitung lag für den Kanalbau, der neben der Kaufhalle an der Kapellenstraße beginnen sollte, im Weg. Netzbetreiber Avacon verlegte daher kurzfristig ein neues Kabel. In der Gasse zwischen Kapellenstraße und Schreiberhof musste darüber hinaus das alte, nur flache Fundament des Fachwerkgebäudes durch zwei Meter tiefen Beton gesichert werden.

"Wir liegen im Plan", sagte Jens Tewes von der ausführenden Firma Partnerbau aus Quedlinburg. Die neuen Trinkwasserleitungen sind jetzt in Betrieb gegangen, sodass sich die Bauarbeiten bald auf den Schreiberhof konzentrieren werden. Dieser soll eine etwas andere Gestaltung als vorher bekommen, berichtete Katrin Löhr aus dem Osterwiecker Bauamt. In der Platzmitte wird eine kleine Insel mit Baum gestaltet, die vormals breiten Stellen des Fußweges werden etwas schmaler, damit auch große Fahrzeuge die Insel umfahren können. Die Gehwege sind wie auch die Fahrbahn an die Gestaltung der Schulzenstraße angelehnt. Historische Lampen werden für Straßenlicht sorgen.

Stadt und Planer bereiten unterdessen bereits den zweiten Abschnitt der Wallstraße zwischen Schreiberhof und Ärztehaus an der Kapellenstraße vor. Dieser soll im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Wie schon im ersten Abschnitt muss auch Grunderwerb vorgenommen werden, weil Randflächen des Fußweges auf Privatgrundstücken verlaufen. Die Vorbereitungen haben begonnen.

Ziel ist es, dieses Jahr noch das Vorhaben auszuschreiben. Auch im zweiten Abschnitt sollen neue Trink- und Abwasserleitungen über den dann wohl neuen Versorger TAZV Vorharz mit verlegt werden.

Die aktuelle Sanierung der Wallstraße ist - ohne Trink- und Abwasserleitungen - mit rund 525 000 Euro veranschlagt. Beide Abschnitte zusammen sollen nach Schätzungen etwa 800 000 Euro kosten. Das Geld wird nicht aus der Stadtkasse, sondern aus dem Fördertopf Städtebaulicher Denkmalschutz gezahlt. Dieser wird jedes Jahr aufs Neue mit einer sechs- bis siebenstelligen Summe von Bund und Land zu jeweils 40 Prozent sowie der Stadt zu 20 Prozent gefüllt.