Aderstedt/Schwanebeck l Im kommenden Jahr werden sich die Einwohner von Aderstedt und die Gäste über einen neuen Spielplatz freuen können. Nachdem das Sturmtief „Niklas“ im März die alten Spielmöglichkeiten im Ort zerstört hatte, war der Ruf, nach einem neuen Spielplatz in der Ortsmitte, laut geworden. Dieser Wunsch und ein bereits fix und fertiges Projekt in einer Schwanebecker Schublade haben nun zueinander gefunden.

Eigentlich habe sie ihre Ideen eines naturnahen Spiel- und Bewegungsraumes in Schwanebeck umsetzen wollen, sagt Regine Leipert, die Ideengeberin des Projektes. Nachdem sich der dortige Stadtrat jedoch dagegen ausgesprochen hatte, sei es nun umso erfreulicher, dass das Projekt doch noch umgesetzt wird. Den Anstoß dazu hatten die Aderstedterinnen Kati Sauerzapf und Iris Mnich gegeben, die vom Schwanebecker Modell gehört und die jetzigen Partner zusammengebracht hatten.

Entstanden ist so ein gemeindeübergreifendes Gemeinschaftsprojekt, das per Vertrag zwischen dem Förderverein der Petri-Sekundarschule Schwanebeck und dem Verein „Wir für Aderstedt“ besiegelt wurde und die Umsetzung des Planes in Aderstedt vorsieht. Im Vorfeld hatte eine Bürgerversammlung die Aderstedter über Einzelheiten des Vorhabens informiert.

Auch die Werbetrommel rühren beide Vereine gemeinsam und können sich nun über großzügige Zuwendungen freuen. So unterstützt die Avacon das Projekt mit 500 Euro. Auch für die Landtagsabgeordneten Evelyn Edler und Monika Hohmann (beide die Linke) war es eine Selbstverständlichkeit, den Bau des besonderen Spielplatz mit 500 Euro zu unterstützen. Das Geld stamme aus dem Fond ihrer Landtagsfraktion, in den ein Teil der Diäten fließe, erklärt Evelyn Edler. Ein weiterer Scheck erregt Aufmerksamkeit wegen seiner Summe über 5404,27 Euro. Das sei genau der Kostenvoranschlag für die künftige Kletterstrecke, erklärt Christina Bremer. Dieses Geld kommt von „Bild hilft“ e.V. „Ein Herz für Kinder“.

Dazu kommen noch 2000 Euro von der Stiftung Kreissparkasse Halberstadt für eine Nestschaukel, ergänzt Ellen Germer, die Vorsitzende des Vereins „Wir für Aderstedt“.

„Weil auch die Versicherung einen Teil des Sturmschadens übernommen hat, konnten wir bereits weitere Bestellungen auslösen“, sagt Aderstedts Ortsbürgermeister Maik Berger und betont, dass der Eröffnungstermin des neuen Spielplatzes, der sich künftig mitten in Aderstedt befinden wird, bereits feststehe. „Am Sonnabend, 4. Juni, erwarten wir das Polizeimusikorchester bei uns im Ort. Dann wollen wir auch den neuen Spielplatz eröffnen.“

Dieser wird sich von herkömmlichen Spielplätzen deutlich unterscheiden. Denn Regine Leipold hat in diesem Projekt ihre Erfahrungen mit den Vorstellungen und Wünschen von Kindern und Jugendlichen zusammengeführt. „Dazu haben wir im Vorfeld fast 400 Kinder und Jugendliche befragt“, sagt die ehemalige Erzieherin. Eines dieser Kinder ist Louis Wolf aus Aderstedt. Louis ist zwölf Jahre alt und, wie er betont, eigentlich schon zu groß, um auf einem herkömmlichen Spielplatz zu toben. Der neue Spiel- und Bewegungsraum allerdings interessiere ihn sehr. Schließlich soll dieser Platz auch ältere Kinder und Jugendliche anlocken.

Neben den erwähnten Spielgeräten, einem Sandkasten, einer Wippe, einem Federtier und einem Bolzplatz, die vor allem von den Kleineren favorisiert werden, wird es mit einem Kräutergarten, einem Naturtipi, einem Fußfühlweg und einem Spurenweg aus Holzscheiben mit Tierspuren auch verschiedene Klangelemente geben. Eine Seilbahn, die das natürliche Gefälle des Standortes nutzen soll, sei ebenfalls geplant.

Die Kinder frühzeitig mit einzubeziehen und zu beteiligen, sei eine der Besonderheiten an diesem Projekt, erklärt Christina Bremer. „Letztendlich sollen die Kinder auch Verantwortung übernehmen.“

So haben die befragten Mädchen und Jungen bereits eine Spielplatzordnung mit klaren Regeln aufgestellt. Zum Beispiel werden auf Wunsch der Kinder Hunde nicht erwünscht sein und es soll ein absolutes Rauchverbot auf dem gesamten Areal herrschen.