Halberstadt l Das merkwürdige Zerren an drei Würgeschlangen in Halberstadt ist aus Sicht der Besitzerin in ein Happyend gemündet. Die drei Boa constrictor, die sich am Donnerstagabend zwei Männer unter falschem Vorwand hatten aushändigen lassen, konnte die Polizei bereits am Folgetag in der Wohnung eines 26-Jährigen sicherstellen. Die drei Schlangen wurden nach Angaben eines Sprechers zunächst in eine spezielle Unterkunft für derartige Fundtiere in Thale gebracht. Dort kann die 18 Jahre alte Besitzerin ihre Tiere abholen.

Die genauen Umstände der Unterschlagung beschäftigen derweil die Ermittler der Polizei. Insbesondere geht es um die Frage, was den 26-jährigen Tatverdächtigen konkret bewogen hat, die Tiere zu entwenden. Möglicherweise wollte er sie im Zusammenhang mit einem Streit als Pfand nutzen. Zumindest muten die Abläufe höchst merkwürdig an. Laut bisherigen Erkenntnissen hatte der 26-Jährige in Begleitung eines weiteren Mannes am Donnerstag gegen 21 Uhr an der Wohnungstür der 18-Jährigen geklingelt. Einer der Männer behauptete, Vertreter des Veterinäramtes zu sein. Er erklärte laut Polizei gegenüber einer Verwandten, die sich gerade allein in der Wohnung der 18-Jährigen aufhielt, dass die drei Würgeschlangen nicht artgerecht gehalten würden und forderte deren Herausgabe.

Dieser Forderung kam die anwesende Verwandte nach. Sie habe den beiden Männern die Würgeschlangen samt Terrarium ausgehändigt.

Deren mutmaßlicher Coup war freilich nur von kurzer Dauer. Denn noch am selben Abend rückte im Zuge der polizeilichen Ermittlungen ein 26-Jähriger als mutmaßlicher Tatverdächtiger in den Fokus. Ein Verdacht, der sich tags drauf in der Wohnung des 26-Jährigen bestätigte. Dort wurden die Tiere samt Terrarium sichergestellt. Offenbar ohne Schaden genommen zu haben. Mit einigem „Schaden“ in strafrechtlicher Hinsicht muss indes der 26-Jährige rechnen. Gegen ihn werde wegen Unterschlagung ermittelt, so ein Polizeisprecher.