Quedlinburg l Prominenter Gast am Volksstimme-Stand zum Sachsen-Anhalt-Tag war Tatjana Hüfner. Die erfolgreiche Rennrodlerin gab gestern Redakteur Theo Weisenburger Auskunft über die Zeit nach dem Karriereende und zu sportlichen Höhepunkten ihrer Laufbahn. Olympia-Gold, acht Weltmeistertitel, 52 Weltcupsiege stehen auf ihrer sportlichen Habenseite. Dass der Landessportbund Sachsen-Anhalt nur als Sommersportland sieht, ärgert sie deshalb ganz besonders.

Dass die erfolgreichste deutsche Rennrodlerin dabei auf dem Boden geblieben ist, war in dem Gespräch sofort spürbar. Nach dem Gespräch gab sie nicht nur bereitwillig Autogramme, sondern räumte auch ihren Stuhl zurück ins Standzelt.

Kindern Freiraum geben

Hüfner, die vor drei Monaten ihre Karriere freiwillig beendet hatte, warb im Gespräch darum, Kindern die Möglichkeit zu geben, sich auszutesten „Wenn man ihnen die Chance dazu lässt, finden sie heraus, wofür sie brennen, wo ihre speziellen Fähigkeiten und Inetressen liegen. Das kann oft etwas völlig anderes sein, als die Eltern denken“, sagte Hüfner. Sie selbst ist ein gutes Beispiel dafür. Sie war zunächst beim Kindertanzen angemeldet, das aber machte ihr keine Freude. Den kleinen Bruder zum Rennrodel-Training in Blankenburg zu begleiten, schon eher und als sie selbst ins Training einstieg, war ihre Leidenschaft entfacht. Nur wenn man die habe, für etwas brenne, könne man auch wirklich erfolgreich sein. Weil sie diese Leidenschaft nicht mehr zu hundert Prozent spürte, habe sie beschlossen, Abschied vom Rodelsport zu nehmen.

Mittlerweile sei sie bei der Bundeswehr für Kinderprojekte zuständig – das sei eine völlig neue Herausforderung und spannende Erfahrung, berichtete Tatjana Hüfner.