Wenn Muskeln und Köpfchen gefordert sind

Sportfest der etwas anderen Art in der Grundschule „Albert Klaus“ in Badersleben

Mit einem alternativen Sportfest haben sich die Badersleber Grundschüler gut ausgepowert. Dabei sind nicht nur der Körper, sondern auch die grauen Zellen gefragt. Und wer Teamgeist zeigt, ist ganz klar im Vorteil.

Von Ramona Adelsberger
Gar nicht so einfach - nach der Stellung im Alphabet müssen Buchstaben nach vorgegebenen Ziffern zu einem Wort zusammengesetzt werden.
Gar nicht so einfach - nach der Stellung im Alphabet müssen Buchstaben nach vorgegebenen Ziffern zu einem Wort zusammengesetzt werden. Foto: Ramona Adelsberger

Badersleben - Laute Anfeuerungsrufe, Jubel und Applaus dringen aus dem Schulpark am Schillerplatz von Badersleben. Das gesamte Außengelände der Grundschule „Albert Klaus“ hat sich in einen riesigen Parcours mit unterschiedlichen Stationen verwandelt. Alle Grundschüler toben sich beim Sportfest aus, das sich von herkömmlichen Sportfesten deutlich unterscheidet.

Mit der Idee, diesen Schultag ganz anders zu gestalten und die Kinder nicht nur sportlich zu fordern, sondern daneben Wissen, Geduld und Merkfähigkeit zu testen, hat das Pädagogenteam der Badersleber Grundschule genau ins Schwarze getroffen. Die Jungen und Mädchen und alle Lehrer sind mit Feuereifer dabei. Die Vorbereitung dieses Sportfestes lag in den Händen von Lehrerin Carolin Wichart, die das gesamte Gelände in vier große Themenbereiche unterteilt hat: „In der Stadt“ auf dem Schulhof, „Im Schloss“ im Schulgarten, „Im Garten“ im Park und „Am See“ auf dem Fußballplatz. Ein detaillierter Ablaufplan sieht exakte Zeitfenster für jede der Klassen im jeweiligen Bereich vor. So wird sichergestellt, dass die geltenden Corona-Abstandsregeln jederzeit eingehalten werden können und sich, wie gefordert - die einzelnen Klassen nicht vermischen.

Die Klassen wiederum sind in feste kleinere Gruppen unterteilt, die sich nun miteinander messen. Die Aufgaben sind genau beschrieben und nach Altersklassen gestaffelt. Mittels gut nachvollziehbarem Punktesystem wird die Leistung der einzelnen Gruppen gewertet, für die jeweils Besten innerhalb der Klasse gibt es die meisten Punkte, für die Letzten dann nur noch einen.

Teamgeist ist gefragt

Bei den Denk- und Geschicklichkeitsaufgaben ist Teamgeist gefragt. So muss beispielsweise mit viel Geduld aus winzigen Würfelchen ein Turm gebaut werden, der auch noch stehen bleiben muss. „In der Stadt“ geht es darum, ein Wort oder einen ganzen Satz zu finden. Klar im Vorteil ist, wer das Alphabet gut beherrscht. Die Zahl, für die ein Buchstabe im Alphabet steht, ist vorgegeben. Und ist es noch einfach, an einer Hand abzuzählen, dass die Zahl fünf für den Buchstaben „E“ steht, wird es mit der Zahl 18, die für den Buchstaben „R“ steht, schon schwierig. Dann sind beim Zählen die Finger des Nebenmanns nötig.

Die Siegerehrung findet auf dem Rondell im Schulhof statt. „Keiner geht leer aus “, sagt Carolin Wichart erfreut. Denn neben Preisen und Urkunden für die ersten drei Plätze, gebe es Trostpreise für die Teams, die keine Platzierung erreicht haben. Das Wichtigste aber sei, dass bei diesem Sportfest auch Kinder gewinnen, die bei Wettkämpfen mit Dreikampf oder beim Crosslauf niemals unter die ersten Drei gekommen wären. „Bei unserer Alternative sind die Schüler ganz vorn, die guten Teamgeist zeigen und miteinander statt gegeneinander kämpfen.“

Durch die Mischung von Geschicklichkeitsaufgaben, Ausdauer, Kraft, Koordination, Knobel- und Merkaufgaben sowie Geduldspielen, habe jeder seine Stärken in das Team eingebracht und jeder von den Stärken des anderen Teammitglieds profitiert. 

 

Hier muss  Wasser per Schnapsglas transportiert werden, Lehrerin Rosita Steiner macht mit, weil zur Gruppe „Lenny" ein Kind weniger gehört.
Hier muss Wasser per Schnapsglas transportiert werden, Lehrerin Rosita Steiner macht mit, weil zur Gruppe „Lenny" ein Kind weniger gehört.
Foto: Ramona Adelsberger