Halberstadt l Elf Monate ist die Magdeburger Straße in Halberstadt bereits eine Großbaustelle. Die gute Nachricht: Ein Ende ist in Sicht, allerdings erst in einigen Monaten. Die schiere Dauer der Bauarbeiten nervt Passanten und Verkehrsteilnehmer. Am Leser­telefon der Volksstimme wird kritisiert, dass auf der Baustelle nicht gearbeitet werde. Ein Fakt, der die Sanierung unnötig in die Länge ziehe. Die Volks­stimme konfrontierte während eines Vor- Ort-Termins am ­Donnerstag die Verantwortlichen mit der Kritik – Vertreter der für die Bundesstraße 81 zuständigen Landesstraßenbaubehörde (LBB) und des verantwort­lichen Ingenieurbüros.

Harald Müller, Fachbereichsleiter im LBB, und Mario Writte vom zuständigen Ingenieurbüro fallen angesichts der Kritik aus allen Wolken. „Stillstand hat es auf der Magdeburger Straße bislang definitiv keinen gegeben“, ­betont ­Harald Müller. Im Schnitt haben immer zehn Bauarbeiter auf der Straße zu tun. Man befinde sich gut im Zeitplan. Das bedeutet, bis zum Jahresende soll die Magdeburger Straße wieder für den Verkehr frei gegeben werden.

Zeitaufwendiges Verlegen der Leitungen

„Die Mitarbeiter der Baufirmen sind stinksauer gewesen, als sie von dem Vorwurf gehört haben“, sagt ­Mario Writte. Selbst angesichts der seit Wochen anhaltenden Sommerhitze habe es keinen Abbruch der Arbeiten gegeben.

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„Die Männer stehen jeden Tag zehn Stunden in der Glut­hitze, ohne ­Schatten. Wir haben unerträgliche 56 Grad in der Sonne gemessen.Vor einigen Tagen musste ein Mitarbeiter ins Krankenhaus eingeliefert werden, er war zusammengebrochen“, berichtet der Ingenieur. Um die enorme Belastung ein wenig zu reduzieren, habe man den Start in den Arbeitstag auf morgens zwischen 5 und 6 Uhr gelegt, das Ende auf 16 Uhr. Mehr sei unter den derzeitigen Witterungsverhältnissen unzumutbar. Natürlich stehen den Mitarbeitern auch Pausenzeiten zu, die sie nicht direkt auf der Baustelle verbringen.

Besonders zeitaufwendig seien in den zurückliegenden Monaten die Arbeiten zur Verlegung von Ver- und Entsorgungsleitungen in der Magdeburger Straße gewesen, informiert Harald Müller. Davon habe der an der Bau­stelle vorbei fahrende Verkehr so gut wie nichts mitbekommen. So sind auf der kompletten Straßen­länge jeweils 500 Meter neue Trink-, Regenwasser-, Gas- und Fernwärmeleitungen, sowie Elektro­kabel verlegt worden. „Und das in Tiefen von bis zu vier Metern“, so der Fachbereichsleiter.

Vollsperrung für fünf Tage

In den zurückliegenden Tagen ist der neue Geh- beziehungsweise Fahrradweg gepflastert worden. Nächste Woche Freitag wird auf der gesamten Straßenlänge die neue ­Bitumendecke eingebaut, sagt Harald Müller zum weiteren Ablauf.

Aus diesem Grund ist eine mehrtägige Vollsperrung der Magdeburger Straße erforderlich. Um die Schwarzdecke aufzubringen, muss die Fahrspur der derzeit im Bau befindlichen stadtauswärts führenden Spur verbreitert werden. Dadurch ist die stadteinwärts führende Fahrspur voll gesperrt. Die Sperrung (zwischen Bahnhofstraße und Schwanebecker Straße einschließlich der Kreuzung Schützenstraße/Am Breiten Tor) erfolgt vom 17. bis voraussichtlich 21. August (20 Uhr). Dabei sind auch die Fußgängerquerungen einschließlich Höhe Eike-von-Repgow-Straße und die Erreichbarkeit der Märkte über die Augustenstraße gesperrt. Die Umleitungsstrecke stadteinwärts wird ausgeschildert über die Wehrstedter Straße, Schützen­straße zur Schwanebecker Straße. Die aus der Stadt heraus führende Umleitungsstrecke bleibt unverändert.

Im Anschluss wechselt ab Anfang September die Baustelle auf die bislang nicht sanierte Straßenseite stadteinwärts, um dort ebenfalls Geh- und Radweg sowie die Straßendecke zu erneuern. Eine Vollsperrung sei dafür nicht erforderlich. Der Verkehr rollt dann über die bereits sanierte Straßenseite.

Zweiter Abschnitt geht schneller

Der zweite Sanierungsabschnitt sei nicht so arbeits- und zeitaufwendig wie der erste, betont Harald Müller. „Das Verlegen von neuen Ver- und Entsorgungsleitungen entfällt hier komplett.“

Etwa 1,8 Millionen Euro investieren Bund, Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Halberstadt in die Erneuerung der vielbefahrenen Bundesstraße. Rechnet man noch den Leitungsneubau dazu, sind es insgesamt etwa drei Millionen Euro.