Anderbeck l Schönes Wetter und ein recht erfreulicher Anlass hatten viele interessierte Einwohner der Gemeinde Huy nach Anderbeck gelockt. Der nächste Bauabschnitt des Radweges, der künftig sechs Ortschaften der Gemeinde Huy verbinden wird, wurde nun auch offiziell begonnen. Dazu war  Landesbauminister Thomas Webel (CDU) nach Anderbeck gekommen.

„Wir haben es hier mit einem Novum zu tun“, betonte der Minister und meinte damit die Tatsache, dass die Gemeinde Huy als Bauherrin die Errichtung des Radweges im Auftrag des Landes Sachsen-Anhalt übernimmt. Knapp eine Million Euro wird der Bau kosten, die Länge beträgt genau 4,7 Kilometer und wird, wie bereits die Teilabschnitte von Anderbeck nach Badersleben und weiter bis nach Vogelsdorf, auf einer ehemaligen und längst entwidmeten Bahnstrecke entlangführen. Das habe den großen Vorteil, dass auf ein Planfeststellungsverfahren verzichtet werden kann, erklärte der Minister. In einem solchen Fall wird das Einverständnis aller Anlieger vorausgesetzt. „Ob sie einen Radweg von fünf Kilometern oder eine neue Autobahn bauen, ein Planfeststellungsverfahren bedeutet in erster Linie sehr viel Zeit.“

Thomas Webel verwies auf den immer weiter zunehmenden Verkehr auf den Straßen und die damit größer werdende Gefahr für Radfahrer, die auf diesen Straßen unterwegs sind. „Wir brauchen immer mehr Radwege.“ Mit Blick auf den Landtag mahnte der Minister, dass zwar jährlich 85 Millionen Euro für den Landesstraßenbau eingeplant sind, davon allerdings bisher nur ein geringer Teil zur Verfügung stehe. Das müsse schneller gehen.

Mehr Skater, Radfahrer und Läufer im Huy

„Mit diesem vierten Bauabschnitt werden wir in etwa zwei Jahren insgesamt 11,2 Kilometer neuen Radweg gebaut haben“, fasste Huy-Bürgermeister Thomas Krüger (CDU) zusammen. Er sei sehr stolz auf das in relativ kurzer Zeit Erreichte und bedankte sich bei allen Partnern herzlich, besonders bei der Baufirma Matthäi aus Stendal, und bei Stefan Hörold vom Landesbaubetrieb für unkomplizierte und damit sehr effektive Zusammenarbeit. „Seit wir begonnen haben, unsere Radwege in der Gemeinde Huy zu bauen, ist ein regelrechter ‚Run‘ zu beobachten.“ Radfahrer, Spaziergänger und vermehr auch Skater seien zwischen den Ortschaften unterwegs. „Unser ehrgeiziges Ziel ist, am Ende mit diesem Radweg die B 244 bei Dedeleben bis zur B 245 (hinter Eilenstedt) zu verbinden.“ Und weil ein Bürgermeister auch mal träumen darf, verriet Thomas Krüger noch, dass er sich eine Verlängerung von Badersleben bis nach Dardesheim oder hinter Dedeleben bis nach Jerxeheim sehr gut vorstellen könnte.

Der neue Radweg der Gemeinde Huy wird auch im Radwegeplan des Landkreises Harz zu finden sein. Hier werden alle regionalen und überregionalen Radwege zusammengeführt. Am Ende sollen sich nicht nur die Einheimischen abseits der Verkehrsstraßen sicher bewegen können. Ziel ist es außerdem, Touristen und Radwanderer in die Region „Rund um den Huy“ zu locken.

Die Strecke führt durch herrliche Landschaften vorüber an ehemaligen typischen Gebäuden wie Bahnhöfen oder Streckenhäuschen und erinnert an die einstige Bahnlinie Jerxheim-Nienhagen, deren Betrieb 2001 eingestellt wurde. Der Weg führt sogar über eine alte Eisenbahnbrücke, die wieder flott gemacht wird. Die Schienen sind beinahe komplett abmontiert, bis auf ein Teilstück, das sich im Bereich des Bahnhofs Anderbeck befindet, dessen jetzige Besitzer das Stück gerettet haben.