Halberstadt l Die Fahrgastzahlen sind zum Start in das Jahr 2020 in Straßenbahnen und Bussen der Halberstädter Verkehrsgesellschaft (HVG) im Januar um sechs und im Februar sogar um 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Mit dem Pandemieausbruch im März begann der Absturz, informiert auf Anfrage Andreas Otto, Abteilungsleiter Instandhaltung und Vertreter von Geschäftsführerin Claudia Stein.

„Mit Verhängung der Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Virus haben wir den Rückgang der Fahrgastzahlen in voller Härte zu spüren bekommen“, sagt Andreas Otto. Im März registrierte das Unternehmen einen Rückgang um 18 Prozent im Vergleich zum März 2019. Das bedeutete einen Einbruch um etwa 23.000 Fahrgäste.

April bislang der absolute Horrormonat

Der absolute Horrormonat war allerdings bislang der April, also der bisherige Höhepunkt der Corona-Pandemie. Der Kartenverkauf knickte offiziell um 49 Prozent ein. Das entsprach einem fetten Minus von um die 55.000 Fahrgäste. Die Statistik würde das Ergebnis jedoch etwas kaschieren. In Wirklichkeit wären die Folgen im April noch viel dramatischer gewesen, so der Abteilungsleiter. Zusätzlich beeinflussten Harzticket-Erlöse aus dem Jahr 2019, die erst in 2020 verrechnet werden konnten, das Ergebnis positiv. Tatsächlich verzeichnete die Halberstädter Verkehrsgesellschaft im April aber einen Rückgang um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, erklärt Andreas Otto. In Fahrgastzahlen ausgedrückt waren das immerhin 90.000 weniger als im April 2019.

„Vom Rückgang sind nicht nur die Straßenbahnen betroffen, sondern auch die Busse“, sagt Andreas Otto. Die HVG habe außerdem deutlich zu spüren bekommen, dass die Schulen während der Pandemie über Monate geschlossen waren. „Wir sichern auch den Schülerverkehr ab. Darunter befinden sich nicht nur die normalen ­Linienbusse, sondern zahlreiche Fahrzeuge, die ausschließlich Schüler befördern. Die wurden überhaupt nicht benötigt“, so Otto.

Ebenso seien an den Schulen Wandertage entfallen, zu denen die HVG-Busse gern gebucht werden. In der Zeit vom 25. März bis 1. Juni habe man den Takt der Straßenbahn von 15 Minuten auf eine halbe Stunde wechseln müssen, weil die Bahnen fast leer gefahren seien. Das habe zusätzlich für weniger Fahrgäste gesorgt. Ausgefallen sind ebenso die sehr beliebten Fahrten mit den Traditionsstraßenbahnen der HVG, die jetzt erst langsam wieder angeboten werden.