Wilhelmshall l Arwed Bode lacht verschmitzt. Das neue Theaterstück, das er erdacht hat, kommt offensichtlich schon bei den Mitwirkenden während der Probe gut an, denn: „Es ist eine Sache, Verse niederzuschreiben, eine ganz andere jedoch, sie dann auch auf der Bühne zu erleben.“

Grimm-Märchen im Mittelpunkt

Für das kommende Wald- und Wiesenfest an der Blechbude hat sich Bode in der Märchenwelt der Gebrüder Grimm umgeschaut und die Geschichte der sieben Geißlein so adaptiert, dass sie in die heutige Zeit passt. Dabei spart Bode auch diesmal nicht mit Seitenhieben auf die Politik und spricht sogar die unklare Abwassersituation von Wilhelmshall an.

Sechs junge Geißlein – eines befindet sich gerade in den USA – sind ganz allein zu Hause, als sich der Wolf Zutritt zum Haus verschaffen will. Ob ihm das am Ende gelingt, ob die Geißlein tatsächlich in seinem Magen landen und ob sich das Jüngste, genau wie im Märchen, wirklich im Uhrkasten versteckt – das alles wird zum Wald- und Wiesenfest am Sonntag, 17. September, aufgelöst. Für viel Heiterkeit sorgte bei der ersten Lesung das Wort „süffisant“, über das Hans-Georg Wesarg gestolpert ist. Der Darsteller des Wolfes ist jedoch ganz sicher, dass er nach zwei Kräutern auch dieses Fremdwort meistern wird.

Theater steigert den Kultfaktor

Vor elf Jahren hatten einige Einwohner von Wilhelmshall die Idee, an der Blechbude, einem Überbleibsel der einstigen Bahnstrecke nach Mönchhai, die Idee, ein Fest zu feiern und das erste Wald- und Wiesenfest auf die Beine gestellt. Das Ganze hat seither den Charakter eines Frühschoppens und ist mit Volksmusik und rustikaler Verpflegung ein stimmungsvolles Fest geworden, zu dem jährlich hunderte Menschen pilgern. Seit nun das Blechbudentheater seit 2014 das Programm noch ergänzt, ist der Kultfaktor des Blechbudenfestes sogar noch weiter gestiegen.

Auch der Cheforganisator des Festes, Werner Gringmuth, ist zur Probe auf die Wiese gegenüber der Blechbude gekommen. Am Tag des Festes wird sich diese Wiese am Waldrand wieder in eine große Freilichtbühne verwandeln. Gringmuth hat seine Freude an den Versen, die Arwed Bode verfasst hat und freut sich schon auf die Vorstellung am 17. September. Im vergangenen Herbst hatte der 73-Jährige allerdings mit dem Gedanken gespielt, sich aus der ersten Reihe der Organisatoren zurückzuziehen, hat sich dann jedoch überreden lassen, auch noch dieses Fest zu organisieren. Ob es nun im nächsten Jahr auch ein zwölftes Fest geben wird, vermag er jetzt noch nicht zu sagen. Er wünsche sich mehr Unterstützung bei den Vorbereitungen.

Böser Wolf zieht den Kürzeren

Bereits im vergangenen Jahr hatte Arwed Bode die Gebrüder Grimm bemüht und das Märchen von Rotkäppchen in Szene gesetzt. „Wir zeigen nun, auf vielfachen Wunsch unserer Fans, auch die Geschichte von Rotkäppchen als unsere zweite Aufführung am 17. September.“ Der böse Wolf – gespielt von Hans-Georg Wesarg, wird auch hier am Ende den Kürzeren ziehen. In bester Erinnerung sind vielen Zuschauern noch die Requisiten dazu, allen voran die urige Gehhilfe der Großmutter. „Diese wird ganz sicher wieder in Aktion zu erleben sein“, verspricht Ute Endemann.