Ziel: klimaneutral Wo in Osterwieck eine zentrale Wärmeversorgung denkbar wäre
Die Stadt ist mit ihrer kommunalen Wärmeplanung schon recht weit vorangekommen.

Stadt Osterwieck. - Deutschland hat sich per Gesetz verpflichtet, bis 2045 klimaneutral zu sein. Also auch klimaneutral zu heizen, macht Wärme doch mehr die Hälfte des Energieverbrauchs aus und verursacht einen Großteil der Kohlendioxid-Emissionen. Alle Städte und Gemeinden in Deutschland wurden daher vom Gesetzgeber verpflichtet, eine kommunale Wärmeplanung zu erarbeiten. Die Stadt Osterwieck hätte dafür zwar noch zwei Jahre Zeit, ist aber schon recht weit. Für die Stadtratssitzung am 9. April ist bereits die Beschlussfassung vorgesehen. Noch bis zum 2. März liegen die Unterlagen im Rathaus und auf dessen Homepage (www.stadt-osterwieck.de) zur Einsichtnahme, aber auch zur Formulierung von Hinweisen oder Einwänden (an Klara Ladde im Bauamt) aus.
Ein fertiges Konzept ist die Wärmeplanung noch nicht. Wohl aber gibt das Papier einen Überblick über die Energieträger, mit denen die Gebäude in den 20 Osterwiecker Ortschaften geheizt werden, und zeigt im Ergebnis auf, wo eine zentrale Wärmeversorgung denkbar wäre. Dem Ergebnis müssen weitere Untersuchungen folgen.
Momentan dominiert in der Stadt Osterwieck der Energieträger Erdgas. Damit verbunden sind hier vier Fünftel der abgegebenen Treibhausgase. Bis auf Wülperode und Bühne mit ihren jeweils drei Orten sowie Rhoden und Osterode gibt es überall zentrale Gasnetze. Sorgen, dass diese in 20 Jahren gekappt werden, bestehen nicht. Denn Erdgas könnte in der Zukunft durch Zugabe von klimaneutralem Biomethan eine „machbare Brückenlösung“ werden, wie es in dem Papier heißt.
Fast ein Viertel des hiesigen Wärmebedarfs wird durch dezentrale Anlagen erzeugt. Von klimabelastendem Heizöl bis zur modernen Wärmepumpe. Auch mit dem emissionsreichsten aller Brennstoffe, der Kohle, wird noch geheizt, vor allem in Berßel, Bühne und Hessen. In den Orten ohne Erdgasnetze dominieren Heizöl und Flüssiggas als Wärmeenergieträger.
Welche Potenziale bestehen in der Stadt Osterwieck nun in Sachen Klimaneutralität?
Der Gebäudesanierung wird Bedeutung beigemessen. In einem als optimistisch bewerteten Szenario bis zu einem Drittel Einsparung des Energieverbrauchs. 85 Prozent der Energie eines Haushalts wird übrigens für Wärme verbraucht. Das individuelle Nutzerverhalten ist also auch eine Stellschraube.
Untersucht wurden Wärmepotenziale aus Geothermie. Erdwärme wäre demnach nur in Orten südlich des Fallsteins und mit Abstand zur Ilse denkbar. Wärmepumpen sind zwar in allen Orten möglich, jedoch wird im dem Papier auf mögliche Geräuschbelästigungen verwiesen, die in dicht besiedelten Gebieten auftreten können.
Auch Sonnenenergie ist je nach Dachneigung eine Möglichkeit. Ohne Potenzial wird indes Abwärme gesehen – mangels Industriebetrieben, die Abwärme erzeugen, zumindest in großem Stil. Denn im Kleinen gibt es in Zilly zum Beispiel eine Nahwärmeversorgung der Wasserburg durch die dortige Biogasanlage.
Ein besonderer Fokus wird bei der kommunalen Wärmeplanung generell auf eine zentrale Wärmeversorgung gelegt. Produziert dann aus einer zentralen Heizquelle. Hierfür wurden letztendlich nur drei Orte mit Potenzial ermittelt: Dardesheim, Deersheim und Osterwieck. An der Stelle will die Stadt in den nächsten fünf Jahren im Zuge der Fortschreibung des Wärmeplans ansetzen und tiefergehende Untersuchungen vornehmen. Dabei geht es konkret um Deersheim sowie in Osterwieck die Altstadt, den dicht besiedelten Bereich zwischen Heinrich-Heine-Straße und Ziegeleiweg sowie das Gebiet mit den vielen Wohnblöcken rings um die Florian-Geyer-Straße.