Bevölkerungsentwicklung

Wohnen in Osterwieck gefragt

Die Bevölkerungsentwicklung in der Osterwiecker Einheitsgemeinde verlief 2021 positiv. Mehr Bewohner, mehr Geburten, allerdings auch wieder mehr Sterbefälle als im Jahr davor.

Von Mario Heinicke 26.01.2022, 14:57
Dass der Wohnungsleerstand selbst in den sanierten Osterwiecker DDR-Plattenbauten überschaubar ist, unterstreicht nur das Wachsen der Einwohnerzahl im vergangenen Jahr.
Dass der Wohnungsleerstand selbst in den sanierten Osterwiecker DDR-Plattenbauten überschaubar ist, unterstreicht nur das Wachsen der Einwohnerzahl im vergangenen Jahr. Foto: Mario Heinicke

Stadt Osterwieck - Sieben auf einen Streich: In Rhoden dürfte das Aufatmen groß gewesen sein. Sieben junge Erdenbürger aus dem Fallsteindorf erblickten im vergangenen Jahr das Licht der Welt. Mehr als von 2017 bis 2020 insgesamt, wobei die Jahre 2019 und 2020 ganz ohne Neugeborene geblieben waren.

In Rhoden überwogen nicht nur die Geburten gegenüber den Sterbefällen, es wurden auch mehr Zu- als Wegzüge registriert, so dass die Einwohnerzahl nun wieder an der 400-Marke kratzt, über der das Dorf letztmalig 2017 lag. Maßstab sind die – allerdings nicht amtlichen – Zahlen der Osterwiecker Meldebehörde.

Bei den Geburtenzahlen sticht auch 2021 wieder Zilly heraus. Selbst wenn es wie ein „alter Hut“ erscheinen mag, dass die Stadt Osterwieck vor zehn Jahren mangels Nachwuchs in Erwägung gezogen hatte, die Kindertagesstätte zu schließen, bleibt die nachfolgende Entwicklung doch bemerkenswert. Nach einem noch kinderlosen Jahr 2013 sind von 2014 bis 2021 in Zilly insgesamt 52 Mädchen und Jungen geboren worden.

Anhaltend hoch ist auch die Neugeborenenzahl in der Kernstadt Osterwieck mit ihren 32 Sprösslingen. Bemerkenswert in Abhängigkeit von der Einwohnerzahl sind die acht Neugeborenen in Deersheim. Überhaupt konnte sich Deersheim damit wieder an die Einwohnerzahl von Lüttgenrode herantasten. Erstmalig 2019 war Deersheim von Lüttgenrode überholt worden.

Die insgesamt 87 Neugeborenen in der Einheitsgemeinde bewegen sich etwa im Durchschnitt der letzten Jahre.

Die 151 Sterbefälle konnten damit bei weitem nicht kompensiert werden. Angesichts der vielen Corona-Toten im Land ist festzustellen, dass es zwar deutlich mehr Verstorbene in der Einheitsgemeinde als 2020 (118) sind, ansonsten die Zahl aber im Durchschnitt der vorangegangenen Jahre liegt.

Neben Rhoden gab es nur noch in Schauen sowie in den Ortschaften Bühne und Stötterlingen mehr Neugeborene als Verstorbene.

Dass die Einwohnerzahl der Einheitsgemeinde insgesamt dennoch stieg, liegt an der enormen Zuwanderung in fast der Hälfte aller Orte der Einheitsgemeinde. Ein Trend, der schon seit längerem zu verzeichnen ist, vergangenes Jahr aber besonders stark zur Geltung kam.

Wobei, um ins Detail zu gehen, eine recht rege Umzugstätigkeit zu registrieren ist. Voriges Jahr zogen 370 Personen zu, 281 weg und darüber hinaus noch 401 Personen innerhalb der Einheitsgemeinde um. Gestiegen ist der Anteil ausländischer Mitbürger, was vor allem mit ausländischen Arbeitskräften zusammenhängen dürfte. Insgesamt leben hier 212 Ausländer, also knapp zwei Prozent der Bevölkerung.

Rings um den Rhodener Kirchturm hat es vergangenes Jahr viel Nachwuchs für das Fallsteindorf gegeben.
Rings um den Rhodener Kirchturm hat es vergangenes Jahr viel Nachwuchs für das Fallsteindorf gegeben.
Archivfoto: Heinicke