Rottmersleben l Die Freude über die Auszeichnung ist groß bei Hannelore Schmücker. „Wir haben erstmals an dieser Aktion zum Schutz der kleinen wendigen Flieger teilgenommen und wurden auf Anhieb belohnt“, so die 58-jährige Rottmersleberin. Auch in diesem Jahr hatte der Naturschutzbund die Menschen aufgerufen, bei der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ mitzumachen.

Seit zwölf Jahren leben Hannelore Schmücker und Hans-Heinrich Hackfurth mit den Schwalben in enger Nachbarschaft. Begonnen hatte die Gemeinschaft in Haldensleben. „Wir wohnten noch auf dem Süplinger Berg. Eines Tages entdeckte eine Schwalbe unser Fensterbrett als geeigneten Baugrund und platzierte dort ihr Nest. Wir haben es dabei belassen“, erzählt Schmücker. Auch Hans-Heinrich Hackfurth hat die Neuankömmlinge willkommen geheißen. Der 61-jährige Landwirt ist geübt im Umgang mit Federvieh. Er züchtet Rassegeflügel und tritt zudem als Aussteller auf.

Waren es 2014 noch drei Nester, in den fünf Küken aufgezogen wurden, mussten die Schwalbeneltern in diesem Jahr mit zwei Nestern, die an einem zwei Meter hohen Eisenträger gebaut worden sind, vorliebnehmen. „Ein Nest ist heruntergefallen und einmal holte ein Marder alle Küken weg“, berichtet Hannelore Schmücker. Auf ihrem Grundstück herrscht tierisches Gewusel, sind dort neben den Piepmätzen auch Hund und Katze beheimatet und leben in friedlicher Koexistenz zusammen. Dennoch haben die Altvögel ihre Brut mit Argusaugen bewacht. Längst sind die sechs Rauchschwalben ihren Kinderschuhen entwachsen und flügge geworden. Die Rottmersleberin hat deren Erwachsenwerden aufmerksam begleitet. „Neugier trieb mich um. Ich habe die Eier gezählt und geschaut, ob die Küken geschlüpft sind“, erzählt sie. Nun heißt es Warten auf den Frühling und die Rückkehr der Zugvögel in angestammte Gefilde – gewiss auch auf dem Grundstück der Familie Schmücker/Hackfurth.

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