Flechtingen l Als familienfreundliche Gemeinde hat sich Flechtingen längst im Reigen der sachsen-anhaltischen Kommunen einen Namen gemacht. Zahlreiche Aktivitäten, bauliche Veränderungen und kulturelle Veranstaltungen widmen sich im Jahreslauf speziell den Anforderungen von Familien mit Kindern. Unter anderem wurde Flechtingen dafür mit dem Demografiepreis des Landes geehrt.

Einmal im Jahr setzt sich der Familienbeirat zusammen, um auf das zurückliegende Jahr zu blicken und zu sehen, welche Wünsche, Vorhaben und Ziel umgesetzt werden konnten und was eventuell noch für die Zukunft neu aufgenommen und umgesetzt werden könnte.

Kora Duberow, Abteilungsleiterin Kur und Tourismus im Flechtinger Rathaus, koordiniert die Veranstaltung. Sie berichtete im Gemeinderat über das, was in diesem Jahr umgesetzt werden konnte. Dabei kamen eine ganze Reihe positiver Aktivitäten zum Ausdruck.

Nach der Sanierung des leerstehenden Flechtinger Sekundarschulgebäudes für die Grundschule kam es immer wieder zu Berührungspunkten mit dem eigentlich als öffentliche Anlage gewidmeten Bolzplatz, der sich aber auf dem Schulgelände befindet. Dank des Engagements von Gemeinderat Günter Rabe, der sich für eine Wiedernutzung des zwischenzeitlich geschlossenen Platzes stark machte und dank einer großzügigen Spende eines örtlichen Unternehmens konnte der Bolzplatz komplett eingenetzt werden. Ein separater Zugang über eine Torseite ermöglicht ein Betreten auch dann, wenn das Schulgelände geschlossen ist. Mit dem Gemeinderat wurde ein Nutzungsordnung für die Anlage ausgearbeitet und öffentlich ausgehängt. Die Erfahrungen seither sind positiv, die Anlage wird so ordentlich verlassen wie sie beim Betreten vorgefunden wurde.

Der Erlös vom Adventsumsingen 2014 wurde für einen Unterstand auf der Freizeitanlage hinter dem Kurhaus eingesetzt. Damit ging ein Wunsch vieler Eltern nach einer Unterstellmöglichkeit auf dem ansonsten komplett offenen Gelände in Erfüllung. Dank des Preisgeldes vom Demografiepreis reichte es sogar noch für eine rollstuhlfahrergeeignete Picknicksitzgruppe, die im Oktober von Mitarbeitern des Bauhofes aufgebaut werden konnte.

Immer wieder großer Beliebtheit erfreuen sich die Krabbelgruppen. Mittlerweile gibt es zwei, eine ist in Behnsdorf neu aufgemacht worden. Junge Mütter mit ihrem Nachwuchs zwischen Bodendorf und Eickendorf nutzen die Gelegenheit gern, sich untereinander auszutauschen und ihren Kindern ein Kennenlernen Gleichaltriger zu ermöglichen. Für die Jüngsten gibt es dank einer Kooperation mit den Median-Kliniken immer wieder Schwimmkurse. Im Herbst neu begonnen hat ein Rückbildungskurs für Mütter nach der Geburt.

Erstmals und mit großem Erfolg bot die Gemeinde eine Fledermauswanderung durch die Burg und den angrenzenden Park an. Der Arbeitskreis Fledermaus hatte sich für kleine und große Naturfreunde etwas einfallen lassen und gab viele interessante Einblicke in das Leben der kleinen Säugetiere.

Für die ältere Generation in Behnsdorf hat sich nach der Auflösung der Volkssolidarität-Ortsgruppe ein neuer monatlicher Treff etabliert. Isolde Hübner organisiert regelmäßig Seniorennachmittage und auch eine Stuhlgymnastik, damit die ältere Generation sich fit halten kann.

Damit sind nur einige Beispiele aufgelistet, für die sich der Familienbeirat einsetzt. Meist sind es Anregungen von außen, die aufgenommen werden. Über deren Realisierung wird dann diskutiert und über eine Zielliste verfolgt, welche Wünsche umgesetzt werden können und welche (noch) nicht. Darum soll, so Kora Duberow, im kommenden Frühjahr auch die Familienfragebogenaktion unter neuen Prämissen wiederholt werden. Ziel ist es, wieder einmal zu erkunden, was Eltern und Einwohner der Gemeinde wollen und wo sie Reserven sehen.