Haldensleben l An der jüngsten Sitzung des Haldensleber Stadtrates hat auch Jörg Gebur, der Leiter des Polizeireviers Börde, als Gast teilgenommen. Er war eingeladen worden, um eine seit Wochen offene Streitfrage zu klären. „Es gab öffentlich die Unterstellung durch Herrn Resch, dass ich eine Lügnerin bin“, erklärte Bürgermeisterin Regina Blenkle.

Den Hintergrund bildet dabei die Auswertung des diesjährigen Altstadtfestes. Gegenüber den Mitgliedern des Sozialausschusses hatte Regina Blenkle erklärt, sie sei wegen gravierender Mängel des Sicherheitskonzeptes von der Polizei einbestellt worden. Es hätten „Parallelen zu Duisburg 2010“ (Loveparade) auftreten können. Auf Nachfrage der Volksstimme hatte Polizei-Pressesprecher Joachim Albrecht dazu Folgendes erklärt: Es habe tatsächlich ein Gespräch im Revier gegeben. Die Polizei sehe sich jedoch nicht in der Lage, die Bürgermeisterin einzubestellen. „Das können wir gar nicht“, so Joachim Albrecht wörtlich. Beim Klärungsbedarf hinsichtlich des Sicherheitskonzeptes sei es „lediglich um die Klärung von Zuständigkeiten und um Präzisierungen“ gegangen.

Durchführung des Festes war nicht gef&#x

CDU-Stadtrat Eberhard Resch warf der Bürgermeisterin daraufhin vor, durch ihre Lüge habe sie unter anderem die Arbeit des Ausschusses behindert. Auch das Vertrauen im Stadtrat habe auf diese Weise Schaden genommen. Regina Blenkle wies diese Vorwürfe entschieden zurück.

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Auf der Stadtratssitzung erklärte Jörg Gebur: „Als Polizei halten wir uns aus Differenzen politischer Art heraus. Aber hier sind wir direkt angesprochen.“ Deshalb wolle er zur Wahrheitsfindung beitragen. Im Wesentlichen bestätigte der Revierleiter die Aussagen von Joachim Albrecht.

Es habe seitens der Polizei in der Tat Gesprächsbedarf hinsichtlich des Sicherheitskonzeptes gegeben. „Aber wir können es so nicht stehen lassen, dass wir die Bürgermeisterin einbestellt haben. Das steht uns nicht zu und das ist auch nicht die richtige Art des Umgangs“, betonte Jörg Gebur.

Auf die Nachfrage, ob die Mängel tatsächlich so gravierend waren, dass Folgen wie bei der Loveparade zu befürchten gewesen seien, antwortete Gebur: „Wir möchten die Verwaltung nicht öffentlich kritisieren. Aber die Bedenken waren schwer genug, um das Gespräch zu suchen.“

Nach dem öffentlichen Sitzungsteil präzisierte der Revierleiter: „Es ist richtig, dass wir auf die Bürgermeisterin zugegangen sind. Es gab Nachbesserungsbedarf, der für uns in Teilen schon wichtig war.“ Ein solches Gespräch im Vorfeld einer Veranstaltung sei jedoch „ein üblicher und normaler Vorgang“. Die Mängel seien nicht so gravierend gewesen, dass die Durchführung des Altstadtfestes zu irgendeinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei.