Corona

Ameos testet Mitarbeiter unterschiedlich oft

Das Ameos-Klinikum Haldensleben (Landkreis Börde) testet nicht alle Mitarbeiter regelmäßig. Nun hat Ameos reagiert.

Von Juliane Just

Haldensleben l In einigen Kliniken des Krankenhausbetreibers Ameos wird die Belegschaft nicht regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Das bestätigen Mitarbeiter und Betriebsräte mehrerer Einrichtungen, beispielsweise in Haldensleben und Schönebeck (Salzlandkreis). Nun hat sich auch der Krankenhausbetreiber selbst zu den Vorwürfen geäußert.

Hintergrund ist, dass die nationale Teststrategie des Robert-Koch-Institutes empfiehlt, medizinisches Personal ein Mal pro Woche zu impfen, wenn eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten ist. Das ist im Landkreis Börde seit November der Fall, trotzdem wurden die Ameos-Mitarbeiter nicht regelmäßig aus das Coronavirus getestet.

Ameos teilte auf Volksstimme-Nachfrage mit, dass „bei Ausbruchssituationen alle identifizierbaren Kontaktpersonen innerhalb des Klinikums getestet werden“. Außerdem würden alle Mitarbeiter getestet, die bestimmte Symptome aufweisen, so Maren Brandt, Leiterin der Kommunikation bei Ameos Ost. Zehn Kliniken in Sachsen-Anhalt versammeln sich unter dem Dach von Ameos Ost.

„Eine routinemäßige Testung ist nicht Teil unserer Teststrategie, da sie lediglich eine Momentaufnahme darstellt und den/die Getesteten möglicherweise in falscher Sicherheit wiegt“, heißt es. Viel wichtiger als die Testung seien die bekannten Hygienemaßnahmen – nämlich Abstand, Händedesinfektion und Mund-Nasenschutz. „Ein Test schützt nicht vor einer Infektion, die genannten Maßnahmen sehr wohl – wenn sie konsequent sowohl im beruflichen wie auch privaten Umfeld beachtet und umgesetzt werden“, so Brandt.

Die Angaben widersprechen Aussagen des Betriebsrates André Franz. Dieser sagte, es habe einen Fall gegeben, bei dem medizinisches Personal auch nach einem Covid-19-Kontakt nicht getestet wurde. Das bestätigt auch ein Mitarbeiter.

Diese Vorwürfe weist Ameos ausdrücklich von sich. Seit März gab es unter den 807 Mitarbeitern in Haldensleben laut Maren Brandt zwölf Infizierte. „Bei jeder Infektion ziehen wir das Gesundheitsamt hinzu, das jeden Fall einzeln bewertet und die umzusetzenden Maßnahmen festlegt“, heißt es in der E-Mail. Das beinhaltete auch den daraufhin zu testenden Personenkreis.

Seit Beginn der Pandemie wird laut Maren Brandt „jeder Mitarbeitende bei Dienstantritt über Symptome einer Infektion befragt und beim geringsten Verdacht getestet“. Klar ist, dass nicht jeder Corona-Infizierte auch entsprechende Symptome zeigt und trotzdem Überträger des Virus sein kann, deswegen empfiehlt das RKI regelmäßige Reihen-Testungen bei medizinischen Personal.

Dabei gibt es Stationen des Klinikums, die regelmäßig getestet werden. Laut Brandt haben alle Mitarbeitenden mit direktem Kontakt zu Covid-Patienten in Risikobereichen wie beispielsweise der Isolationsstation und der Intensivstation die Möglichkeit, sich wöchentlich testen zu lassen. Außerdem werde eine turnusmäßige Testung in Altenpflegeheimen, der Wiedereingliederung sowie in einigen Bereichen der Psychiatrie vorgenommen.

Das bestätigt Arlett Bartels, Betriebsrätin im Bereich Pflege und Eingliederung, im Haldensleber Klinikum. Die 80 Mitarbeiter in diesem Bereich werden ihren Angaben nach zwei Mal wöchentlich getestet. Darunter fallen beispielsweise Wohnhäuser für Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung, die dort ein Zuhause finden.

Dass diese Mitarbeiter so oft getestet werden, liegt an den Vorgaben. Für Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen hat das Land Sachsen-Anhalt in der neunten Eindämmungsverordnung festgelegt, dass Mitarbeiter „mindestens zweimal pro Woche“ getestet werden müssen. Die Eindämmungsverordnung ist bindend, das RKI hingegen spricht lediglich Empfehlungen aus.