Haldensleben l Die Hagenstraße ist das Aushängeschild von Haldensleben oder sie sollte es zumindest sein. Sie attraktiver zu gestalten, um mehr Touristen und auch Kunden des Einzelhandels in die Innenstadt zu locken, plant der Verein „Wir für euch“ – gemeinsam mit der Stadtverwaltung. Die ersten Ideen dafür sind auf der jüngsten Zusammenkunft am Dienstag vorgestellt worden.

„Die Innenstadt ist der Identitätsträger der Stadt. Daher ist es total wichtig, der Hagenstraße auch ein entsprechendes Bild zu geben“, erklärt Petra Albrecht, Abteilungsleiterin für Stadtplanung und Umwelt der Stadtverwaltung. Dementsprechend habe die Gestaltung auch eine gewisse Aussagekraft. „Setzen wir auf Modernes, vermitteln wir den Besuchern, dass Haldensleben eine moderne Stadt ist“, sagt sie.

Schönheit von Häusern und Straße

„Die Hagenstraße“, so Petra Albrecht weiter, „ist rechts und links hübsch saniert.“ Um den Blick nicht von den Häusern abzulenken, seien damals bewusst schlichte und einfache Sitzmöglichkeiten geschaffen worden. Auch Blumenkübel hatte es gegeben, allerdings sei hier die Pflege vernachlässigt worden. „Darum sieht die Hagenstraße so aus wie sie aussieht“, meint sie.

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Das könne mit neuen Sitzelementen und Blumenampeln jedoch geändert werden, schlägt Doreen Endres vom Vereinsvorstand vor. Doch ganz so einfach lasse sich die Situation nicht verbessern, meint die Stadtplanerin dazu. „Welche Aussage wollen wir denn mit neuen Bänken und Blumenkübeln treffen?“, stellt sie in den Raum.

Mehr Unterstützung gewünscht

Reiner Schätzing sieht das Problem ganz woanders. „Wir haben in Haldensleben einen hohen Leerstand. Diese Geschäfte müssen mit Leben gefüllt werden. Wir haben eine schöne Straße und auch Parkplätze. Doch was wir brauchen sind neue Händler“, meint er. Allein mit Blumentöpfen vor der Tür komme nicht mehr Kundschaft in die Läden, ist er überzeugt.

Doch genau da beiße sich die Katze in den Schwanz, benennt Petra Albrecht die Zwickmühle, in der sich die Innenstadt befindet: Ohne attraktive Innenstadt keine Kunden, ohne Kunden keine Händler und ohne Händler keine attraktive Innenstadt. Es müssten also viele Aspekte berücksichtigt werden, gibt sie zu bedenken.

Händler müssen angelockt werden

Nach Ansicht von Schätzing unternehme die Stadtverwaltung aber zu wenig, um neue Händler in die Stadt zu locken. „Es muss doch da jemanden geben, der sich darum kümmert?!“, sagt er. Denn von allein komme kaum ein neues Geschäft in die Stadt. „Neue Händler stehen hier nun einmal nicht Schlange.“

Auch deshalb will die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Innenstadthändler ein Konzept für eine neue Stadtmöblierung erarbeiten. Das Geld für die Umsetzung sei eingeplant, versichert Petra Albrecht. So sollen die Geschäftsleute zunächst Vorschläge erarbeiten, die dann im Rathaus diskutiert werden können.

Thema Öffnungszeiten heiß diskutiert

Auf ein anderes, nicht minder großes Problem weist Ursula Fricke bei der Auswertung des Sternschnüppchenmarktes hin. Die Veranstaltung, so bekräftigen alle anwesenden Vereinsmitglieder, sei sehr gut gewesen, die Besucherzahlen hätten sich im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Die Aktionen mit der Fotobox und dem gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern mit dem Männerchor „Liederkranz“ sei ebenso gut angenommen worden wie das Backen und das Basteln, schätzen die Veranstalter ein.

Doch das Thema Öffnungszeiten sei gerade in der Adventszeit wieder einmal mehr ein Problem gewesen. „Ich hätte mir gewünscht, dass gerade da alle Geschäfte einheitliche Öffnungszeiten gehabt hätten. Die Kunden standen zum Teil vor verschlossenen Türen. Das geht so nicht“, erklärt sie. Auch Reiner Schätzing sieht die Gefahr, mit willkürlichen Ladenöffnungszeiten Kunden zu verprellen.

Händler müssen an einem Strang ziehen

Um eine „Erlebnis-Innenstadt“ zu schaffen, müssten alle Händler an einem Strang ziehen. „Wir brauchen verbindliche Absprachen zu den Öffnungszeiten“, fordert Ursula Fricke. Haldenslebens City-Manager Reinhard Schreiber hält diesen Einwand für richtig, betont aber, dass das Thema Öffnungszeiten in der Vergangenheit bei den Vereinssitzungen von „Wir für euch“ so nie kommuniziert worden sei.

„Die Vereinsmitglieder“, so ist Schreiber überzeugt, „werden sich an solche Absprachen halten. Mit den anderen Geschäftsleuten müssen wir aber darüber reden“, unterstreicht er.