Calvörde l Die Akquisephase für den kommunalen Breitbandanschluss endete für die Gemeinde Calvörde am Donnerstag. Es waren fünf Wochen, in denen in allen Ortsteilen Informationsveranstaltungen angeboten wurden. Im Flecken Calvörde waren zwei vorgesehen, aber es gab noch eine zusätzliche. Mindestens zwei Bürgersprechstunden hatte es in jedem Ortsteil gegeben, um entsprechende Vorverträge abzuschließen. Im Ergebnis gibt es eine starke Differenzierung. „Die kleinen Ortsteile haben ihre Hausaufgaben gemacht und ihr Klassenziel erreicht. Der Flecken Calvörde droht, sitzen zu bleiben“, zog Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend Bilanz.

Der nächste Schritt sei – nach den Ausführungen des Gemeindechefs – die Ausbauplanung. Zur Ausbauplanung wird es Ausschreibungen geben. „Ob das mit oder ohne Calvörde geschieht, ist von der Gesamtwirtschaftlichkeitsbeurteilung abhängig. Was wird also aus Calvörde? Wir wissen es nicht“, sagte Schliephake mit Bedauern. Wichtig wäre es - nach Ansicht von Schliephake - für den Flecken Calvörde mindestens aus der Hauptleitung, die dann an Calvörde vorbei geht oder sogar durch Calvörde geht, heraus, die Unternehmen und Bildungseinrichtungen zu bedienen. „Es wäre nicht auszudenken, wenn die Sekundarschule kein schnelles Internet bekommt. Das Internet wird ja sogar schon im Kindergarten in Anspruch genommen“, so der Bürgermeister und verlas die Ergebnisse.

Mannhausen ist Spitzenreiter

So haben im Flecken Calvörde nur 18 Prozent der privaten Nutzer einen Anschluss gewünscht. „Vielleicht sind durch die letzte Veranstaltung noch Vorverträge einiger Nutzer dazugekommen, so dass wir bei etwa 20 Prozent liegen. Alles was unter 60 Prozent liegt, muss separat geprüft werden. In Berenbrock sind es nur 39 Prozent und in Lössewitz 51 Prozent. In Dorst und in Klüden müssten es inzwischen 60 Prozent sein. Das kleine Mannhausen ist mit 81 Prozent Spitzenreiter. Das ist sehr lobenswert“, beschrieb Schliephake. In Wegenstedt sind es 68 Prozent, in Velsdorf 60, in Zobbenitz 70, in Grauingen 62 und in Elsebeck 62.

Zur Diskussion stand noch, welche öffentlichen Einrichtungen einen Internetanschluss bekommen sollen. Dazu lag eine Liste mit allen öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde Calvörde auf dem Tisch des Gremiums. Der Rat einigte sich darauf, dass zum Beispiel die Dorfgemeinschaftshäuser in Berenbrock, Elsebeck, Dorst, Klüden, Wegenstedt und Velsdorf sowie die Feuerwehren in Calvörde, Grauingen, Klüden, Wegenstedt, Mannhausen und Zobbenitz durch die Gemeinde einen Anschluss sowie die Schulen und Kindereinrichtungen einen Anschluss bekommen und die Gemeinde oder die Verbandsgemeinde die Kosten dafür tragen. Ein Anschluss soll unter anderem in gemeindeeigenen Wohnhäusern gelegt werden. Diese Kosten werden auf den Mieter als Nutzer umgelegt.

Wirtschaftlichkeit im Blick

Der Rat fasste einstimmig den Beschluss, grünes Licht für diese Liste zu geben. Die Gemeinde Calvörde hat durchschnittlich 42 Prozent an privaten Haushalten, die einen Anschluss wünschen. „Jetzt muss ein Planer rechnen, ob wir wirtschaftlich hinkommen oder nicht“, sagte Schliephake.

„Beim Jugendclub in Grauingen und im Sportlerheim in Mannhausen sind die Anschlüsse entbehrlich. Der Club in Grauingen ist ein Bungalow, der nur zu den Dorffesten genutzt wird“, sagte Schliephake. Strittig war noch das Dorfgemeinschaftshaus in Lössewitz. Im Bauausschuss wurde der Hinweis gegeben, dass dort ein Anschluss notwendig wäre, wegen der Wahlen, die dort stattfinden. „Nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt werden für die Wahlen in absehbarer Zeit keine Internetanschlüsse benötigt. Da müssen wir die 600 Euro im Jahr für den Anschluss nicht bezahlen. Außerdem ist es nur ein kleiner Raum, der kaum genutzt wird“, erklärte der Gemeindechef.