Süplingen l Der Saal des Dorfkruges in Süplingen war brechend voll. 150 Stühle reichten nicht aus, viele Einwohner aus Süplingen und Bodendorf mussten stehen – sogar bis ins Treppenhaus. Grund für den großen Andrang war eine Informationsveranstaltung der Telekom zum Stand des Breitbandausbaus in den beiden Orten.

Die anwesenden Bürger wollten vor allem eines wissen: Wann ist die Telekom mit ihren Arbeiten fertig, wann kann das schnelle Internet gebucht werden? Andreas Meyer, Telekom-Regiomanager für Sachsen-Anhalt, gab Auskunft. „Mitte April werden wir fertig sein“, sagte er. Diese Information förderte Befürchtungen bei manchem Süplinger zutage. „Und was ist, wenn Sie doch nicht bis Mitte April fertig sind, ich aber meinen alten Vertrag dann schon gekündigt habe?“, wollte ein Einwohner wissen. Andreas Meyer musste einlenken: Natürlich könne es immer vorkommen, dass unerwartete technische Probleme auftreten und der geplante Termin nicht mehr zu halten ist. Dass der Breitbandausbau in Süplingen und Bodendorf bis Mitte April geschafft ist, sei jedoch schon eine gut geplante Zeitschiene, die sicherlich einzuhalten sei.

Eigentlicher Ausbau schon erledigt

Der eigentliche Ausbau, so informierten Andreas Meyer und sein Kollege Joachim Fricke, Projektleiter für den Breitbandausbau in Sachsen-Anhalt, sei in beiden Orten auch schon erledigt. So seien Glasfaserkabel bereits verlegt und neue Verteilerkästen aufgestellt. Derzeit seien die Arbeiter damit beschäftigt, alte Anschlüsse zurückzubauen. „Das haben wir zu 70 Prozent abgeschlossen“, erläuterte Joachim Fricke auf Volksstimme-Nachfrage. Danach erfolge der Umbau der einzelnen Hausanschlüsse.

Ab Mitte April sollen Telekom-Kunden mit einer Geschwindigkeit von 100 Mbit/s im Internet surfen können. Später, vielleicht schon bis Ende 2019, sollen auch Geschwindigkeiten von 250 Mbit/s dazugeschaltet werden, verrät Joachim Fricke. Auf die Frage, warum der Breitbandausbau in Süplingen und Bodendorf noch bis Mitte April und nicht, wie im vergangenen Jahr angekündigt, bis Ende 2018 abgeschlossen sei, hat Fricke eine plausible Antwort: Die Tiefbaukapazitäten seien Schuld. „Der Breitbandausbau läuft gerade in ganz Sachsen-Anhalt“, sagt er. So würden etliche Tiefbaufirmen mehrere Aufträge abarbeiten – dabei komme es eben auch immer wieder mal zu Verzögerungen.

Telekom investiert 2 Millionen Euro

Während die Telekom im Stadtgebiet von Haldensleben sowie in Uthmöden und Satuelle eine Ausschreibung für den Breitbandausbau gewonnen hatte, unternimmt sie den Ausbau in Süplingen und Bodendorf auf eigene Kosten. Dafür investiert die Telekom nach Aussage von Joachim Fricke rund 2 Millionen Euro.