Kriminalität in Sachsen-Anhalt Partnerschaftsgewalt auf Rekordhoch - Jetzt sollen elektronische Fußfesseln zum Einsatz kommen
Sachsen-Anhalts Polizei hat allein in den letzten sieben Jahren einen Anstieg der Fälle von Partnerschaftsgewalt um ein Drittel registriert. Elektronische Fußfesseln könnten nun potenzielle Opfer besser schützen.

Magdeburg. - Es ist ein besonders drastischer Fall von Partnerschaftsgewalt, zu dem nächste Woche am Stendaler Landgericht der Prozess beginnt: Die 20-jährige Anna-Lena M. soll am 30. Januar in Genthin (Jerichower Land) von ihrem Ex-Freund mit einem Küchenmesser in der Wohnung erstochen worden sein, obwohl dieser nach einer richterlichen Anordnung sich ihr hätte gar nicht annähern dürfen. Der 28-jährige Angeklagte hatte nämlich bereits knapp drei Monate zuvor seiner ehemaligen Freundin aufgelauert, und wollte sie zur Rede stellen, ob sie nun mit einem anderen zusammen sei. Weil sie nicht antwortete, würgte er die junge Frau bis zur zeitweisen Bewusstlosigkeit. Sie überlebte den Angriff. Das danach vom Gericht erlassene Annäherungsverbot nach dem Gewaltschutzgesetz half ihr nicht. Der Mann soll sich nun wegen Totschlags verantworten.