Haldensleben l Das Café International bietet eine Begegnungsstätte für Einheimische und Migranten. Dort wird ihnen die Möglichkeit gegeben sich auszutauschen und sich besser kennzulernen.

Seit Oktober 2015 wird jeden Mittwoch ab 16 Uhr zu einem Treffen in die Bülstringer Straße 42 eingeladen. Damals war es die Hochzeit der Ankünfte von Geflüchteten. Dementsprechend entschlossen sich neben Anett Ranwig, Sozialarbeiterin des Landeskirchlichen Gemeinschaft Ohreland, auch weitere Interessierte aus Haldensleben und Umgebung, diese Initiative zu gründen.

Momentan besteht das Team aus etwa zehn Ehrenamtlichen. Mit diesem Angebot soll den Geflüchteten gezeigt werden, dass sie willkommen sind und ihnen eine Möglichkeit geboten wird, sich besser zu integrieren und schon erste Kontakte zu knüpfen. Das wöchentliche Treffen wird auch heute noch stark wahrgenommen, denn es kommen jede Woche zwischen 20 und 30 Besucher, je nach Wetterlage und Dienstplan.

Obwohl das Café International in den Anfängen hauptsächlich nur von jungen Männern besucht wurde, nehmen heute überwiegend ausländische Familien daran teil. „Die Herkunftsländer sind unterschiedlich. Viele kommen aus Eritrea, andere aus dem Iran und zwei Männer kommen aus Afghanistan“, meint Anett Ranwig.

Alle sind willkommen

Doch bei diesem Treffen sind alle herzlich willkommen, egal welcher Religion sie angehören, welche Hautfarbe oder welche Herkunft sie haben. Anfängliche Sprachbarrieren wurden mit Spielen wie Memory überwunden. Die Deutschkenntnisse haben sich mit der Zeit verbessert, meint Anett Ranwig. Das mag wahrscheinlich auch daran liegen, dass neben dem netten Plausch beim Kaffee auch Deutschunterricht, vor allem für die Frauen und Kinder, angeboten wird.

Je nach Jahreszeit finden auch verschiedene Aktionen statt, so wurden bisher Kinderfeste, Grillabende und Ausflüge nach Bülstringen und Hundisburg veranstaltet. Für die Winterzeit sind schon das jährliche Plätzchen backen und die Weihnachtsfeier in Planung, sagt Anett Ranwig.

Bei all diesen Veranstaltungen war fast immer Zerabruk Gebryziabher mit dabei. Er gehört schon zum „alten Eisen“ dieser Treffen, da er seit 2015 regelmäßig ins Café kommt. Der aus Eritrea stammende Dauerbesucher nimmt gerne an den Veranstaltungen teil. „Ich will integriert werden“ war der Grund in das Café International zu kommen, meint Zerabruk Gebryziabher. Die Deutschen und die Kultur kennenzulernen und einfach um Spaß zu haben, waren weitere Gründe für seine Teilnahme. Auch außerhalb dieser Veranstaltungen werden gemeinsam Behördengänge erledigt oder auch Wohnungen gesucht. Mithilfe dieser Initiative sind enge Freundschaften entstanden, die auch über die Veranstaltungen, Herkunft und die Kultur hinaus reichen.