Haldensleben l Hartmut Baethge ist derzeit viel am Telefon. Am vergangenen Donnerstag, so berichtet der Geschäftsführer des Kreissportbundes, habe er sich „kaum retten können“ vor den vielen Anrufen. Es war der Tag, an dem die neue Eindämmungsverordnung in Kraft trat. Baethge sagt: „Viele wissen nicht, wie sie sich nun verhalten sollen“. Die Verunsicherung bei den Vereinssportlern sei groß.

Laut der neuen Eindämmungsverordnung sind Sportwettkämpfe wieder erlaubt, allerdings mit Einschränkungen. So dürfen bei Kontaktsportarten maximal 50 Menschen gemeinsam Sport treiben. Außerdem gibt es Hygieneanforderungen, Sportgeräte etwa müssen desinfiziert werden. Und dann ist da noch der Mindestabstand von 1,50 Metern. Er muss „durchgängig sichergestellt“ sein, heißt es in der Verordnung, allerdings nur, wenn „die Ausübung der Sportart dem nicht entgegensteht“.

Für Sportveranstaltungen ist die Teilnehmerzahl im Freien auf 1000 Personen begrenzt. Und tatsächlich wird es in Haldensleben schon am kommenden Wochenende das erste große Sportevent geben. Am 11. und 12. Juli treten laut Baethge rund 400 Leichtathleten bei den Landesjugendmeisterschaften im Waldstadion an. Die waren ursprünglich für Anfang Juni angesetzt. Nun ist Baethge froh, dass sie überhaupt stattfinden. So könnten sich einige Sportler noch für die Deutschen Jugendmeisterschaften im September qualifizieren.

Kaum Wettkämpfe

Weil es derzeit kaum Wettkämpfe zur Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften gebe, seien bei den Landesmeisterschaften in Haldensleben auch einige Gaststarter aus anderen Bundesländern dabei, berichtet Baethge. Darunter mehrere Deutsche Meister, die Qualität sei „ordentlich“, betont er. Zuschauer dürften kommen, müssten sich aber in Kontaktlisten eintragen. Baethge rechnet insgesamt mit rund 500 Personen pro Veranstaltungstag im Waldstadion.

Bei den Wettkämpfen werden nicht alle Disziplinen ausgetragen. Alle Langlaufstrecken sind laut Baethge wegen der Abstandsregeln gestrichen. Auch einen Hindernislauf wird es nicht geben. Außerdem fallen die Staffelläufe aus. Wegen des Übertragungsrisikos durch den Staffelstab, berichtet Baethge. Für die Kampfrichter sei ursprünglich eine Mundschutz- und Handschuhpflicht geplant gewesen. Die werde es nun aber doch nicht geben, sagt er.

Wunsch nach neuer Sporthalle

Neben seiner Funktion beim Kreissportbund ist Baethge auch Abteilungsleiter für Leichtathletik beim Haldensleber Sportclub (HSC). Die Abteilung hat rund 150 Mitglieder. Über den Trainingsstand der Athleten macht sich Baethge wenig Sorgen. „Etwa 80 Prozent haben richtig gut trainiert“, sagt er. Einige seien nach den Wochen des Einzeltrainings Bestzeiten gelaufen. Bereits mit dem Training wieder begonnen haben im Kreis laut Baethge neben den Leichtathleten auch Tischtennisspieler, Pferdesportler und Fußballer.

Gunnar Schütze trainiert seine Jungs seit drei Wochen wieder. Der Fußballtrainer des HSC berichtet, einige hätten durch die Corona-Pause fünf bis sechs Kilogramm mehr drauf. Die ließen sich in dem Alter aber schnell wieder abtrainieren, sagt Schütze. Er trainiert die D- und E-Jugend, die Jungs sind elf bis zwölf Jahre alt. Beim Training auf dem Platz müssen sie mit der neuen Verordnung nicht mehr den Abstand von 1,50 Meter einhalten. In den Trinkpausen aber schon, betont Schütze. Zudem könnten sie nun wieder zusammen trainieren. Freundschaftsspiele seien aber noch nicht geplant, sagt er.

Schütze leitet die Abteilung Fußball beim HSC. Dort sind etwa 340 Fußballer organisiert. Schütze sagt, mittlerweile habe bei vielen wieder das Training begonnen.

Kegler noch in der Pause

Anders bei den Kegelrn des HSC. „Wir haben noch nicht angefangen“, sagt Rainer Schütte. Er verweist auf die einzuhaltenden Abstände und die abzuwischenden Kegelkugeln. „In den nächsten Wochen“ solle es aber wieder losgehen, sagt er. In den meisten Abteilungen des HSC werde noch nicht wieder trainiert, berichtet Schütte.

Auch die Handballer des HSV Haldensleben haben noch nicht mit dem Training begonnen. Wie HSV-Vorstand Tim Teßmann berichtet, sei der Trainingsbeginn für den 13. Juli geplant. Vorerst würden die zwölf Teams dann im Waldstadion trainieren, später dann in den Sporthallen an der Zollstraße und in Süplingen. Die Ohrelandhalle soll den Handballern und anderen Sportlern erst ab November wieder zur Verfügung stehen. Teßmann sagt, auch dann müssten sich einige Mannschaften auf ungünstige Hallenzeiten einstellen. Im Vergleich zu anderen Kommunen könne man zwar in Haldensleben ganz zufrieden sein mit den Sportbedingungen. Eine neue Sporthalle sei aber dennoch sein Wunsch, sagt der HSV-Vorstand, der für die CDU im Stadtrat sitzt.