Haldensleben l Endlich gute Nachrichten: Zwei an Corona Infizierte des Landkreises Börde sind seit dem vergangenen Mittwoch offiziell wieder genesen. Erstmals sank die Zahl der Corona-Infizierten damit. Diese Nachricht lässt hoffen, dass das Leben bald wieder in den gewohnten Bahnen verläuft – ohne Kontaktverbot, geschlossene Läden und Existenzängsten. Doch was heißt „genesen“ eigentlich? Solche und weitere Fragen hat Dr. Michael Glas, Facharzt für Innere Medizin, Infektiologie, Notfallmedizin, Krankenhaushygiene und Leiter der Infektiologie und Hygienemanagement am Ameos Klinikum in Aschersleben, im Interview mit Juliane Just beantwortet.

Herr Glas, ab wann gilt ein Corona-Patient offiziell als „geheilt“?
Dr. Michael Glas: Laut dem Robert-Koch-Institut gelten Corona-Infizierte im Durchschnitt 14 Tage nach Beginn der Symptome als genesen. Zur Sicherung des Befundes müssen im Abstand von 24 Stunden zwei Abstriche durchgeführt werden und beide negativ auf das Virus ausfallen. Außerdem darf der Patient seit 48 Stunden keine Symptome wie Husten oder Fieber gehabt haben.

Sind geheilte Personen immun gegen eine erneute Ansteckung?
Virologen gehen davon aus, dass Covid-19-Patienten Antikörper gegen den Virus bilden. Allerdings ist derzeit noch unklar, wie lange diese Immunität anhält. Vorstellbar ist ein Zeitraum von drei bis fünf Jahren, wie es bei anderen Arten von Coronaviren nachweisbar ist. Eine Ansteckung auf andere Personen ist in dieser Zeit nicht möglich.

Sind irgendwelche Spätfolgen zu befürchten?
Da es sich um ein neuartiges Virus handelt, gibt es derzeit noch keine Informationen zu möglichen Spätfolgen.

Können Personen, die derzeit infiziert sind, etwas tun, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen?
Patienten können wir nur symptomatisch behandeln und das tun, was sie als angenehm empfinden. Frische Luft (nach Möglichkeit) und gesunde Ernährung spielen für das allgemeine Wohlbefinden sicher immer eine Rolle.