Haldensleben l Die Feuerwehr wird zu einem Böschungsbrand an der Autobahn gerufen. Vor Ort sind nur schwache Rauchschwaden zu sehen, ein „richtiges“ Feuer dagegen nicht. Wo sollen die Feuerwehrleute denn nun löschen? Die Antwort darauf gibt ihnen eine Drohne. Aus der Luft erkundet sie den Einsatzort, schaltet um auf Wärmebildkamera und plötzlich wird jedes noch so kleine Glutnest sichtbar. Die Kameraden wissen nun, wo sie ganz gezielt angreifen können.

Dies ist nur einer von knapp 15 Einsätzen, in denen die Drohne bislang die Feuerwehrleute vor Ort unterstützt hat. „Das ist schon eine tolle Sache“, schwärmt Kreisbrandmeister Matthias Schumann. Der Landkreis Börde hat mit Unterstützung der Kreissparkasse Börde diese moderne Technik für die Feuerwehren angeschafft. Gut 4500 Euro kostet das Gerät mit Grundausrüstung. Dazu zählen die Steuereinheit und ein Monitor, auf dem das zu sehen ist, was die Kamera der Drohne aktuell erfasst. Echtzeitaufnahmen live also.

Auch mehrere Ersatzakkus gehören dazu. „Die Einsatzzeit der Drohne ist auf etwa eine halbe Stunde beschränkt. Dann ist der Akku leer“, erklärt Schumann. Außerdem gehören noch ein Scheinwerfer und ein Lautsprecher zur Ausrüstung. Alles zwar im Miniformat, aber: „Die Leuchten machen das Umfeld taghell, und über den Lautsprecher können wir mit Leuten kommunizieren, die weit von uns entfernt sind“, so der Kreisbrandmeister weiter. Immerhin kann sich die Drohne sechs Kilometer in jede Richtung bewegen, ohne den Kontakt zum „Leitstand“ zu verlieren. „Auch sechs Kilometer nach oben“, betont Schumann.

Bilder

Bislang eine für alle

Der Kreisbrandmeister bewegt die Drohne per Fernbedienung genauso spielerisch wie Abschnittsleiter Dirk Bischoff. Einen Nachmittag lang üben und man habe den Dreh raus, sind sich die Männer einig. Denn auch die Abschnittsleiter müssen im Umgang mit der Technik versiert sein. Bislang gibt es nämlich nur diese eine Drohne. Sie zu nutzen, soll aber für alle freiwilligen Feuerwehren im Landkreis möglich sein. „Entweder fahre ich oder einer der beiden Abschnittsleiter mit zu den Einsätzen raus“, erklärt Bischoff. Er hofft, das noch ein zweites Exemplar angeschafft werden kann – eines könnte dann im nördlichen und eines im südlichen Landkreis zum stationiert werden.

„Die Drohne hilft schon enorm und spart auch Kosten“, ist Dirk Bischoff überzeugt. Zum Beispiel bei der Suche nach vermissten Personen. „Normalerweise wird dafür ein Polizeihubschrauber angefordert. Doch die Drohne kann das dank ihrer Ausstattung genauso gut und kostet deutlich weniger“, meint er.

Auch bei gefährlichen Einsätzen soll auf die Drohne zurückgegriffen werden. „Stellen Sie sich einen Unfall mit einem Gefahrguttransport vor. Da schicke ich doch erst einmal die Drohne vor, um mir einen Überblick zu verschaffen, bevor ich die Einstzkräfte möglicherweise einer Gefahr aussetze“, bietet sich für Bischoff nun die Möglichkeit, im Ernstfall auf Nummer sicher zu gehen.

Gemeinden ziehen nach

Wie wichtig solch moderne Technik ist, habe sich bereits herumgesprochen. „Die Gemeinde Westliche Börde hat ebenfalls schon eine Drohne für ihre Wehren angeschafft. Ich hoffe, dass noch weitere folgen“, meint Kreisbrandmeister Schumann.

Selbst Foto- und Filmaufnahmen sind mit der Drohne möglich. „Wir erhalten nicht nur ein aktuelle Lagebild, sondern können die Aufnahmen im Anschluss auch für die Auswertung der Einsätze nutzen“, sagt Schumann. Das würde die Arbeit der Feuerwehrleute weiter verbessern.