Weferlingen l Im Ethikunterricht der 4. Klasse spricht Lehrerin Elvira Böhm gerade mit ihren Schülern in der Weferlinger Grundschule über die Weltreligionen. Die Lambertikirche praktisch vor der Schultür, lag es nahe, dorthin einen Ausflug zu starten. Pfarrer Thomas Vesterling öffnet sein Gotteshaus gern auch für die Kinder.

Im Mittelpunkt des Interesses stand die Troch-Orgel, denn Orgelmusik ist untrennbar mit den Gottesdiensten einst und jetzt in der evangelischen Kirche verbunden. Die Orgel, immer wieder aufgrund ihrer Vielfalt auch als königliches Instrument hoch gelobt, wurde 1857 vom Haldensleber Orgelbaumeister Troch gebaut und erfüllt mit ihren rund 2500 Pfeifen den gesamten Kirchenraum mit ihren Klängen. Aber nicht jeder kann das Instrument spielen.

Kantor führt die Kinder

Kantor Uwe Döschner aus Haldensleben ließ es sich nicht nehmen, die Kinder selbst durch die spannende Welt der Orgel zu begleiten. Zunächst hatten die Mädchen und Jungen Gelegenheit, das Instrument auf der Empore von unten anzusehen. Vor allem ein Teil der glänzenden Pfeifen und das restaurierte Gehäuse sind so zu erkennen.

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Auf der Empore angekommen, zeigt sich dann sehr schnell, dass zur Orgel noch viel mehr dazugehört. Die Pfeifen klingen nur, wenn sie angetrieben werden - durch Luft, erzählt Uwe Döschner. Und - einmal angeschaltet - erzeugt der Blasebalg ein ordentliches Windgeräusch.

Vom sogenannten Spieltisch, auf dem zwei Reihen Tasten - ähnlich denen am Klavier oder Keyboard - angeordnet sind, kann der Organist einzelne Pfeifenreihen verschiedener Tonhöhe und Klangfarben (auch Register genannt) ein- oder ausschalten. Damit lassen sich unterschiedliche Klangfarben erzeugen. Instrumentalklänge wie von der Flöte, Trompete, dem Krummhorn oder der Gambe lassen sich dank der Register mit der Orgel erzeugen.

"Maus"-Melodie erkannt

Die Pfeifen werden über eine oder mehrere Klaviaturen, Manuale genannt, und das Pedal angesteuert, denen die Register jeweils fest zugeordnet sind. Verschiedene Materialien und Größen der Pfeifen sorgen für hohe und tiefe Töne. Uwe Döschner hatte verschieden große Pfeifen mitgebracht, die von den Kindern einmal angesehen und probiert werden konnten.

Wie vielfältig das Spiel ist, zeigt Uwe Döschner den Kindern natürlich auch am praktischen Beispiel. Er spielt verschiedene Melodien, zum Beispiel die Titelmelodie von „Die Sendung mit der Maus“, die von den Viertklässlern gleich erkannt wird.

In einer zweiten Orgelführung an diesem Vormittag erklärt der Haldensleber Kantor dann auch den Drittklässlern der Weferlingen Grundschule mit ihrer Lehrerin Uta Schoppmann den Aufbau der Orgel.