Behnsdorf l Mit dem Thema „Eine Hand voll Erde“ beschäftigten sich die 38 Mädchen, die nun an der Mädchenfreizeit in Burlage am Dümmer See in der Nähe von Osnabrück teilgenommen hatten.

Im Mittelpunkt des fünftägigen Sommercamps stand die Erkenntnis, wie wertvoll diese unsere eine Erde ist, auf der wir alle leben und wie sorglos wir derzeit mit ihr umgehen.

„Die Erde ist nicht für den grenzenlosen Verbrauch bestimmt, wir müssen acht geben auf sie“, fasste Pfarrerin Esther Spenn beim Abschlussgottesdienst in der Behnsdorfer Martinikirche zusammen. Daran müsse man sich immer erinnern, bei allem, was tagtäglich anfällt.

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Müllvermeidung

Die Mädchen im Feriencamp versuchten, es besser zu machen. Sie vermieden nach Möglichkeit Müll, versorgten sich selbst, bastelten aus Materialien, die andere wegwerfen würden. Die Devise: Wenig Müll durch Selbermachen schlug sich nieder. „Wir hatten am Ende nur zehn gelbe Säcke Müll“, so die Pfarrerin im Vergleich zu den Vorjahren.

Zum Beispiel stellten die Mädchen ihren Joghurt mit einer Maschine selbst her, vermieden so den Anfall von ganzen Paletten voller Kunstoffbecher, verarbeiteten alte Textilien und produzierten Lipgloss, Seife, Deo und Badekugeln selbst.

Der möglichst großen Müllvermeidung hatten die Jungen allerdings noch etwas entgegenzusetzen, denn sie kamen nach eigenen Angaben mit zwei Säcken aus. Ihr Camp im Pfadfinderlager Großzerlang im Brandenburgischen wurde mit 27 Teilnehmern bestritten. Paul Schulze und Wilhelm Hamel berichteten während des Abschlussgottesdienstes in der Behnsdorfer Kirche vor Angehörigen und Freunden vom „Leben mit Beeinträchtigung“. So nämlich lautete das diesjährige Motto für die vier Pfadfindergruppen.

Mit Einschränkungen durch den Alltag

Die Handicaps nicht hören, nicht sehen, ohne Hände und ohne Beine nämlich machten aus dem Lager eine spannende Rallye durch alltägliche Herausforderungen, die das Leben so stellt, wenn man aufgrund einer Behinderung nicht alles kann. In den vier Gruppen versuchten die Pfadfinder, trotz Einschränkungen alle gestellten Aufgaben zu meistern.

„Plötzlich brechen normale Dinge, die selbstverständlich sind, einfach weg und man braucht Hilfe“, berichtete Paul. Doch dank gegenseitiger Hilfe zeigte sich schnell: Gemeinsam sind wir stark.

Im Rahmen eines Paralympics-Wettbewerbs wurden die vier Handicaps beim Lauf auf Krücken, beim Karrenziehen, bei der Stillen Post und bei Bälle in eine Kiste auch sportlich ausgereizt. Trotzdem alle Jungen und ihre Betreuer das Thema sehr ernst nahmen, hatten sie viel Spaß im Lager. Wegen der Hitze wurde viel gebadet.

Freiwilliger Helfer

Esther Spenn bedankte sich bei allen Mitarbeitern, die Urlaub genommen hatten oder ihre Ferien nutzten, um die Freizeiten zu begleiten.

Einige junge Leute fuhren seit der 1. Klasse mit und seien heute selbst als Betreuer aktiv, freute sich die Pfarrerin über die Treue. Ohne freiwillige Helfer könnten die Ferienfreizeit nicht durchgeführt werden, betonte sie. Das zeuge doch auch davon, wie gut die Feriencamps für die Mädchen und Jungen ankommen würden.

Mit weiteren Liedern, die auch in den Lagern der Mädchen und Jungen gesungen wurden, klang der Gottesdienst in Behnsdorf schließlich aus.