Stadt Osterwieck l 70 Ausbildungsstunden liegen hinter den 14 Frauen und Männern aus neun Orten. Weitere acht Stunden warten noch auf sie, um den Erste-Hilfe-Lehrgang zu absolvieren. Dann sind sie bereit für den Einsatzdienst.

Lehrgangsleiter Stephan Kahmann, Vizeortswehrleiter in Göddeckenrode, und Osterodes Ortswehrleiter Olaf Chrost haben sich federführend um die Ausbildung gekümmert.

Theorie im Gerätehaus

Alles begann am 14. September zunächst mit der unumgänglichen Theorie im Gerätehaus von Wülperode. Es ging um die Themen Unfallverhütung und Rechtsgrundlagen.

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Bis zur ersten praktischen Ausbildung standen noch drei weitere Abende und ein Sonntag im Zeichen der Theorie. Hier wurden Themen wie Brennen und Löschen, Fahrzeugkunde, Knotenkunde, Gerätekunde, persönliche Schutzausrüstung, Verhalten bei Gefahr und Aufgabenverteilung durchgenommen.

Am 25. September ging‘s für die 17- bis 45-Jährigen das erste Mal raus. In Osterode wurde das Ausrollen der Schläuche geübt, die Verkehrsabsicherung und das Bauen einer Bockleiter erklärt und praktiziert.

Praxis in Osterode

Die Grundlagen waren vermittelt, die 14-köpfige Gruppe wurde aufgeteilt. Der eine Teil erhielt die weitere praktische Ausbildung in Osterode durch Olaf Chrost, der andere wurde in Göddeckenrode durch Stephan Kahmann trainiert. Zum Beispiel wurde die Wasserentnahme aus Hydranten und offenem Gewässer geübt. „Es zeigt sich hier, wie schwer es sein kann, ein Strahlrohr bei einem Wasserdruck von etwa sieben Bar über einen längeren Zeitraum halten zu müssen“, stellte Stephan Kahmann fest. Selbst zwei Mann seien dafür zu wenig.

Der nächste Ausbildungstag führte die Teilnehmer nach Dardesheim. Die dortige Wehr hatte ein Schrottauto besorgt, das nun mit Schere und Spreizer zerlegt wurde. Etwas Überwindung verlangte danach das Selbstretten, das eigene Abseilen aus einem Gebäude.

Beim vorletzten Termin in Wülperode wurde das Retten von verletzten Personen über die Krankentrage und mit Hilfe eines Leiterhebels aus dem Obergeschoss eines Hauses geübt. „Als kleine Abwechslung mussten die Teilnehmer anschließend eine Schaukel aus Gerätschaften von einem Feuerwehrfahrzeug bauen“, berichtete Kahmann.

DRK mit im Boot

Zwei Sonnabende, einen Sonntag und zahlreiche Abende verbrachten die künftigen Einsatzkräfte somit in der Feuerwehruniform. Der noch notwendige Erste-Hilfe-Lehrgang wird nun kurzfristig von Melanie Fethke über das DRK Wernigerode organisiert.

Am Montag legten die 14 Frauen und Männer in Wülperode ihre Prüfung ab. 60 Fragen galt es zu beantworten, das Wissen bei der Gerätekunde und die gelernten Knoten zu zeigen. „Die Teilnehmer haben auch bei den trockenen Themen und vor allem bei den praktischen Ausbildungseinheiten sehr gut mitgearbeitet“, lobte Stephan Kahmann. „Alles in allem ein sehr gelungener Lehrgang.“

Von den 14 Neuen sind übrigens die Hälfte wirkliche Neueinsteiger, während die andere Hälfte vorher schon in der Jugendfeuerwehr aktiv war.

Auch Osterwiecks Stadtwehrleiter Frank Kenzig freut sich über wieder einen starken Grundlehrgang, so wie in den letzten Jahren auch. Die Zahl von rund 400 Einsatzkräften in den 17 Ortsfeuerwehren kann damit stabilisiert werden und könnte sogar wieder steigen. Auch fürs nächste Jahre kündigt sich schon ein Grundlehrgang an, da weitere Jugendliche in die Einsatzabteilungen aufrücken werden.

Nach dem Grundlehrgang ist das Lernen und Üben für die Neuen noch lange nicht abgeschlossen. Jetzt geht die Truppmann-Ausbildung in die ähnlich umfangreiche zweite Etappe. Sie wird direkt in den jeweiligen Ortsfeuerwehren erfolgen. Unabdingbar ist darüber hinaus ein Sprechfunk-Lehrgang. Und nicht nur Frank Kenzig hofft, dass möglichst viele der Neuen auch die Befähigung als Atemschutzgeräteträger erwerben. „Davon haben wir viel zu wenige.“ Nämlich nur 110, also jeder Vierte.