Haldensleben l Im Schnitt mehr als 100 Einsätze absolviert die Feuerwehr Haldensleben pro Jahr. In den zurückliegenden Jahren ist die Zahl der Einsätze jedoch stark angestiegen. Im vergangenen Jahr waren es 147, im Jahr zuvor sogar 175. Dabei ist das Aufgabenfeld vielseitig. Es sind nicht immer Großbrände, sondern oftmals Verkehrsunfälle mit oder ohne verletzten Personen, kleinere Feuer, Ölspuren, Hilfeleistungen für Rettungsdienst und Polizei oder das Öffnen von Türen aus verschiedensten Gründen. Wo eine helfende Hand gebraucht wird, sind die Einsatzkräfte der Haldensleber Wehr da.

Das spiegelte sich auch in dem kurzen Rückblick von Wehrleiter Frank Juhl auf das Einsatzjahr 2018 wider. Zu den größten Einsätzen gehörten unter anderem ein Brand auf einem Firmengelände an der Jacob-Uffrecht-Straße, bei dem ein Schaden von knapp einer halben Million Euro entstanden war, oder ein Feuer nach einer Explosion in einer Produktionshalle in Althaldensleben. Wegen der Hitze und Dürre im vergangenen Sommer waren die Retter auch vermehrt zu Wald- und Getreidefeldbränden ausgerückt.

Mit 30 aktiven Einsatzkräften war die Haldensleber Wehr gut gerüstet für die Aufgaben. Meistens rückt das erste Fahrzeug sechs Minuten nach der Alarmierung aus und ist nach zehn Minuten an der Einsatzstelle. Es gibt aber auch Einsätze, bei denen die Hilfsfrist von zwölf Minuten nicht gehalten werden kann, bilanzierte Frank Juhl. Neben den zahlreichen Einsätzen war das vergangene Jahr auch ein ganz besonderes für die Haldensleber Truppe: Im Sommer konnte das 135-jähriges Bestehen gefeiert werden. Das wurde auch gebührend begangenen mit einer Festsitzung, einer Parade durch die Stadt mit zahlreichen befreundeten Wehren sowie einem Tag der offenen Tür.

Beeindruckende Bilanz

Beeindruckend nannte Haldensleben stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler die Statistik der Haldensleber Wehr. Sie sicherte der Wehr die weitere Unterstützung der Stadt zu. „Die Sicherheit der Bevölkerung und der Kameraden hat für uns höchste Priorität. Dazu gehört auch eine moderne Ausrüstung. Die Stadt tut hier, was sie kann“, versprach Sabine Wendler. In diesem Jahr investiert die Stadt unter anderem rund 1,8 Millionen Euro. Die Wehr soll ein bereits seit längerem geplantes Wechselladerfahrzeug bekommen. Je nach Bedarf kann es mit einem bestimmten Abrollcontainer ausgestattet werden. Davon soll es vier geben. Einen für 8500 Liter Wasser, einen für „Rüstzeug“ wie beispielsweise Personentragen und ein Boot mit Außenbordmotor, einen für Gefahrgut-Einsätze mit Schutzanzügen und Dekontaminationsschleusen und einen für Müll. Die Kosten für das Fahrzeug und die Container liegen bei ungefähr 832.000 Euro.

Der Wechsellader wird unter anderem benötigt, weil mehrere Betriebe in und um Haldensleben mit gefährlichen Stoffen arbeiten. Früher hat der Landkreis einen entsprechenden Gefahrtgut-Container in der Stadt bereitgehalten. Mittlerweile ist dieser aber in Eilsleben stationiert. Im Ernstfall würde das lange Einsatzwege bedeuten.

Allerdings reicht der Platz in der bisherigen Fahrzeughalle nicht aus. Deshalb ist auch ein eingeschossiger Neubau geplant. Dieser wurde ursprünglich mit circa 816.000 Euro veranschlagt. Nach weiteren Planungskonkretisierungen und Anpassungen an die aktuelle Marktlage wird derzeit geschätzt, dass Bau- und Planungskosten in Summe mit 980.000 Euro zu Buche schlagen werden. Geplant ist eine Halle mit einer Grundfläche von 338 Quadratmetern und einer Höhe von 6,40 Meter. Ende des Monats soll mit den Rohbauarbeiten begonnen werden. Zeitgleich wird das Fahrzeug ausgeschrieben, damit es, wenn bis Ende des Jahres die neue Halle fertig ist, auch da ist.