Kathendorf l „Ihr habt elf aktive Atemschutzgeräteträger – das ist aller Ehren wert“, lobte Stadtwehrleiter Frank Hartwig die Kathendorfer Brandschützer bei der Jahreshauptversammlung. Mit dem Blick auf die Statistik 2018 berichtete Hartwig, dass es in der Einheitsgemeinde einige Ortswehren gibt, in denen es nur einen oder zwei oder gar keine Atemschutzgeräteträger (AGT) gibt. „Machen wir uns nichts vor, einen Wohnungsbrand kann man nur sinnvoll bekämpfen, wenn man da auch entsprechend reingehen kann“, schilderte der Stadtwehrleiter.

Feuerwehrmann Stiev Reppin ist in der Stadtfeuerwehr für die AGT-Ausbildung verantwortlich. „2015 standen 142 Atemschutzgeräteträger, die irgendwann mal die Ausbildung absolviert hatten, auf der Liste. Aber davon hatten nur 44 die Bedingungen erfüllt, dass sie wirklich aktiv sein konnten. 2018 sieht das schon ganz anders aus. Wir haben 137 ausgebildete Atemschutzgeräteträger auf dem Papier und davon sind tatsächlich 113 einsatzbereit. Und das ist so, weil Reppin immer wieder die Wehrleiter mit der Nase drauf drückt, wenn es Probleme mit der Ausbildung gibt oder die gesundheitliche Überprüfung fällig wird“, erklärte Hartwig.

104 Einsätze im Jahr 2018

Laut Einsatzstatistik haben die Feuerwehrleute in der Einheitsgemeinde im vergangenen Jahr 104 Einsätze gefahren. Dabei stach der Monat Juli mit den vielen Flächenbränden heraus.

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Hartwig informierte über den Sachstand für das geplante „Gerätehaus Mitte“. „Es gab eine Begehung von mehreren Standorten, die vom Bauamt ausgesucht wurden. Es gibt zwei Standorte, die wir favorisieren. Das ist zum einen am Ortseingang Kathendorf aus Richtung Rätzlingen kommend. Dazu gab es eine Anfrage an den Besitzer. Er hat sich positiv geäußert. Der andere Standort wäre an der Bahnhofstraße in Kathendorf. Der Besitzer – also die Agrargesellschaft – hat sich noch nicht geäußert“, berichtete der Stadtwehrleiter.

Infos zum Gerätehaus Mitte

Nach seinen Ausführungen sind in diesem Jahr 70.000 Euro im städtischen Haushalt eingeplant, um die Planung voranzutreiben. „Ob und wie die Bausumme von etwa 1,5 Millionen Euro mit Fördermitteln unterlegt ist oder ob wir auch ohne Fördermittel bauen, kann ich nicht sagen“, gestand Hartwig.

Wichtig sei erst einmal, einen gemeinsamen Standort zu finden. „Wir müssen unsere Kräfte bündeln“, sagte der Stadtwehrleiter. Als Beispiel nannte er eine Alarmierung auf dem Mariannenhof am 25. Januar in Etingen. „Es waren vier Feuerwehrleute aus Etingen vor Ort, davon ein AGT, Kathendorf mit vier Leuten, davon drei AGT, Eickendorf war mit zwei am Gerätehaus, musste dann aber nicht mehr ausrücken – zwei macht sowieso keinen Sinn. Rätzlingen war mit drei Kameraden am Gerätehaus, davon war ein AGT“, so Hartwig.

Rüstwagen benötigt

Insgesamt waren es 13 Leute. „Wenn die 13 Mann zu einem gemeinsamen gut ausgerüsteten Standort fahren, wo ein Löschzug steht, dann hat man vom taktischen Einsatzwert her weitaus mehr, als wenn man dort nur mit ein paar Hanseln und vielen roten Autos steht“, betonte Hartwig. Daher soll das große Gerätehaus, das in der Mitte steht, gebaut werden. Außerdem muss ein Rüstwagen gekauft werden. „Der kann nicht in Oebisfelde stehen. Dort ist schon die Drehleiter schlecht stationiert, weil sie da am nördlichsten Punkt steht. Wir haben eine große Einheitsgemeinde. Deshalb wollen wir ein Gerätehaus bauen, wo wir Großfahrzeuge wie Gerüstwagen, Lösch- und Tankfahrzeuge unterstellen können“, erklärte Hartwig.

„Was wird aus unserem alten Gerätehaus?“, wollten die Kathendorfer wissen. Hartwig schlug vor, das ganze Gebäude als Dorfgemeinschaftshaus zu nutzen. Einige Brandschützer befürchten, dass die Kameraden der benachbarten Orte nicht mit einem gemeinsamen Standort glücklich sind. Schließlich sei die Feuerwehr in vielen Orten der Veranstalter für gesellige Treffen und Volksfeste sowie der Organisator für Bräuche, wie das Osterfeuer oder das Maibaumaufstellen.

Kameradschaft soll erhalten bleiben

„Der erste Stein ist erst mal gelegt. Wir wissen jetzt, wohin es geht. Ob wir das nun gut finden oder schlecht: Das muss jeder selbst wissen. Ich wünsche mir, dass die Kameradschaft – so wie wir das hier in Kathendorf handhaben – auch weiterhin bestehen bleibt“, sagte Jens Isensee, Leiter der Kathendorfer Ortsfeuerwehr. Isensee berichtete, dass die Kathendorfer Brandschützer auch schon mit den Kameraden aus Etingen und Eickendorf über dieses Thema geredet haben.

„Die Kameraden sind nicht abgeneigt, zusammen zu arbeiten. Sie müssen ja auch die bittere Pille schlucken, dass der eigene Standort aufgegeben wird. Derjenige, der Feuerwehrarbeit macht, wird es auch einsehen“, sagte der Ortswehrleiter.

Seiner Ansicht nach würde das Vorhaben aber noch nicht in naher Zukunft umgesetzt werden. „Es werden sicher zwei Jahre vergehen, bis der Bau überhaupt anfängt. Wenn wir realistisch sind, wird das Vorhaben erst in vier Jahren fertig sein. Aber das wird die Zeit entscheiden“, blickte Isensee voraus.