Haldensleben l Es ist einem Zufall zu verdanken, dass in der Grundschule Gebrüder Alstein junge Freiwillige helfen. Damals fragte ein Fachabiturient, der Lehrer werden wollte, nach Arbeit. Doch wie soll man das umsetzen? Durch Freiwilligkeit! So entstand die Idee, ihn zum Bundesfreiwilligendienstler zu machen. 2015 war das.

„Das war damals sehr viel Aufwand für die Planung und Umsetzung des Vorhabens“, erinnert sich der Schulleiter Michael Blaschke. Das sei nur durch die Unterstützung der Stadt möglich gewesen, da diese der eigentliche Arbeitgeber ist. „Das ist für mich eine enorme Erleichterung“, so Blaschke. Jetzt wirkt er sehr zufrieden mit der Entwicklung an seiner Schule. Mit einem der Freiwilligendienstleistenden hatte es begonnen, inzwischen sind es jährlich drei.

Eine von ihnen ist Ann-Cathrin Hebekerl. Die 19-Jährige ist mit dem einjährigen Bundesfreiwilligendienst bereits fertig, überbrückt jedoch aktuell die Wartezeit bis zur Zusage für das Lehramtsstudium. „Ich habe mit einer ersten Klasse angefangen. Da ist am Anfang viel Gewusel und man muss beruhigen und erklären“, erzählt sie. Manchmal finden die Schüler ihre Arbeitsmaterialien nicht und dann helfen die Bundesfreiwilligendienstleistenden. „Bisher hat sich immer alles im Schulranzen gefunden“, meint die 19-Jährige mit einem Lächeln. Für sie sei von Anfang an klar gewesen, dass sie Lehrerin werden möchte. Um sich wirklich sicher zu sein, entschied sie sich nach dem Abitur für den Bundesfreiwilligendienst.

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Klasse von Freundin übernommen

Ganz neu angefangen haben Tabea Grotjohann, Antonia Ulrich und Max Hader. Nunja, ganz neu vielleicht nicht. Tabea Grotjohann erzählt: „Ich habe die Klasse von meiner Freundin übernommen. Sie hat sie eingeschult und ich bin jetzt in der zweiten Klasse bei ihnen.“ Ihre Freundin, die mittlerweile Erzieherin ist, fragt immer wieder nach wie es ihren „Erstis“ ergeht.

Die ebenfalls 19-jährige Schulabsolventin befindet sich noch in der Orientierungsphase, was sie nun beruflich machen möchte: „Ich wollte das Lehrersein einfach mal ausprobieren.“ Antonia Ulrich ist in der ersten Klasse und sogar bei ihrer ehemaligen Lehrerin im Einsatz. „Mir machen die Pausen Spaß, weil man von den Kindern immer in ihre Spiele einbezogen wird oder manchmal ist man auch Ideengeber, was sie spielen könnten“, erzählt sie und lacht. Ihre Lieblingsfächer sind Musik und Sport. Die 18-Jährige schwankt noch zwischen den Berufen Erzieherin und Lehrerin. „Antonia hat uns bei der Einschulung gerettet. Die Kinder dürfen ja nicht singen, aber ein Solo war in Ordnung“, sagt Schulleiter Blaschke. Er hofft, dass sie sich am Ende doch noch für ein Lehramtsstudium entscheidet, da er in ihr viel Potenzial sieht.

Max Harder hatte bereits in der elften Klasse den Gedanken Lehrer zu werden. „Das hat sich zwischenzeitlich wieder etwas gelegt. Aber jetzt, wo ich hier arbeite, kommt die Idee wieder zurück“, sagt er. Er findet es toll, wenn die Kinder wieder wie in Kindergartenzeiten herumtoben. Aktuell sind seine männlichen Attribute gefragt, denn er wird immer nach Fußballspielen gefragt.

Bis Dezember hat Michael Blaschke alle freien Plätze für das kommende Jahr schon wieder vergeben. „Ich musste noch nie eine Stelle ausschreiben, weil die Bewerber durch Mundpropaganda von uns hören.“ Bisher habe er noch nie Pech gehabt.