Haldensleben l „Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat“, zitiert Hans Walker (CDU), Landrat des Landkreises Börde, den 1978 verstorbenen Schriftsteller Harold Glen Borland in einem Grußwort, das er zum Jahresausklang an die Einwohner des Kreises richtet. Allgegenwärtig, so der Landrat, würde die Menschen in diesen Tagen der Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt vom 19. Dezember begleiten. „Nicht der einzige Vorfall, von dem Deutschland in diesem Jahr erschüttert wurde“, sagt Hans Walker.

Insgesamt sei 2016 ein arbeitsintensives Jahr, gespickt mit vielen Eindrücken sowie mehr oder weniger erfreulichen Ereignissen, gewesen. „Sehr gut erinnere ich mich an die Flüchtlingsströme, die Deutschland und den Landkreis Börde im vergangenen Jahr erreichten. Der seinerzeit gebildete Fachdienst Migration arbeitete gezielt daran, die Menschen unterzubringen. Durch verminderte Zuweisungen können nun Maßnahmen der Integrationsarbeit in den Fokus gerückt werden. Dafür gilt es, gemeinsam mit den kommunalen Verantwortungsträgern in den Städten und Gemeinden und den vielen Ehrenamtlichen einen gemeinsamen „konzeptionellen Nenner“ zu finden. Der Ausländerbereich des Fachdienstes Migration zum Beispiel nimmt seit einigen Wochen an einem durch das Land geförderten Projekt „Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt“ teil, sagt Hans Walker.

Kreishaus-Neubau war wichtig

In seinem Grußwort lobt der Landrat seine gut funktionierende Kreisverwaltung. „Als deutliches Zeichen des kommunalen Selbstverwaltungsrechtes wurde am 4. März der erste Spatenstich für den Neubau eines Kreisverwaltungsgebäudes in Haldensleben vollzogen. Innerhalb weniger Monate stand der Rohbau, zum Jahreswechsel ist das Gebäude winterdicht“, berichtet Hans Walker. In zwei Abschnitten werde im Sommer und im Spätsommer 2017 der Auszug aus der bisher gemieteten Immobilie an der Haldensleber Gerikestraße realisiert.

In seinen Gedanken zum ausklingenden Jahr thematisiert der Börde-Landrat auch die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom 13. März. So wurde durch eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen eine Regierung gebildet. „Das Modell der sogenannten Kenia-Koalition ist neu in Deutschland. Erstmalig am Verhandlungstisch der Koalitionäre saßen die kommunalen Spitzenverbände. Für die Landkreise hatte der Landkreistag von Sachsen-Anhalt Forderungen nach einer besseren Finanzausstattung der kommunalen Ebene in die Verhandlungen eingebracht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zur Bedienung der kommunalen Finanzierung stehen für den Finanzausgleich 2017 gut 100 Millionen Euro mehr zur Verfügung. Die auf die Kommunen zu verteilenden Mittel in Höhe von 1,6 Milliarden Euro sollen, so der Koalitionsvertrag, bis 2021 konstant bleiben“, so Hans Walker.

Als positiven Aspekt der „Kenia-Koalition“ sehe der Landrat auch das klare Bekenntnis zur Vollendung des Neubaus der Bundesautobahn A 14. „Egal ob 2020 oder später, durch diesen (...) Verkehrsweg verbessern sich auch die Standortbedingungen im Landkreis Börde, die so wichtig für Investitionsentscheidungen der Wirtschaft sind“, sagt Walker.

Ein weiteres Thema, das 2016 für ihn eine Rolle spielte, sei der Breitbandausbau gewesen. In seinem Grußwort vergaß Hans Walker nicht, den Menschen zu danken, die dazu beigetragen haben, den Landkreis Börde nach vorne zu bringen. „Natürlich meine ich hier die Mitglieder des Kreistages Börde, die durch eine kons- truktive Zusammenarbeit mit der Verwaltung eine reibungslose Umsetzung vieler Ideen ermöglicht haben. Es sind auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die sich immer wieder in die Arbeit des Landkreises haben einbinden lassen. Besonders danke ich allen Bürgern, den Vereinen und Verbänden, den Behörden und meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Kreisverwaltung, die durch Engagement und Kreativität vieles ermöglicht haben“, so Walker.