Schmierereien

Hässliche Kunst an Gebäuden in Haldensleben

Sie ist ein einziges Ärgernis: Die blinde Zerstörungswut einiger Menschen. Nach wie vor sind Graffitis das größte Problem in der Stadt Haldensleben und in den Ortsteilen.

Von Theresa Schiffl
Gehören leider inzwischen zum Stadtbild dazu: Schmierereien an Hauswänden, so wie hier in der Hagenstraße.
Gehören leider inzwischen zum Stadtbild dazu: Schmierereien an Hauswänden, so wie hier in der Hagenstraße. Foto: Polizeirevier Börde

Haldensleben - Erst kürzlich wurde das Schloss Hundisburg in der Nacht von Schmierfinken verunstaltet: Fünf Hakenkreuze prangten am nächsten Morgen an der Außenfassade des Barockschlosses. Mit diesem Problem hat der Ortsteil Hundisburg nicht alleine zu kämpfen.

Auch in Uthmöden gibt es immer wieder Schwierigkeiten mit Graffitis, berichtet Ortsbürgermeisterin Marie Ohrdorf. „Phasenweise ist es wieder besser und dann wieder schlechter“, erklärt sie. Ob Graffitis am Spielplatz, Straßenschildern oder der Straße selbst – die Sprayer würden in ihrer Zerstörungswut vor nichts Halt machen.

Die besprühten Flächen müssten dann gereinigt werden. „Straßenschilder müssen manchmal sogar ganz ausgetauscht werden“, so Ohrdorf. Trotz des Ärgernisses sei ihr jedoch schon aufgefallen, dass unter der Schmierfinken manche sehr begabt seien. Deshalb hat sie auch eine Idee für eine Lösung: „Die Leute können sich gerne an mich wenden und wir suchen gemeinsam nach einer Stelle, wo ein schönes Graffiti Platz hätte.“

Ulf Dreyer, Sachgebietsleiter der Abteilung Jugend und Sport in der Haldensleber Stadtverwaltung, ist ebenfalls davon überzeugt, dass dies mögliche Lösungsansätze sein könnten. Solche Graffiti-Projekte mit Jugendlichen habe es in der Vergangenheit schon mehrmals gegeben. „Es gibt viele graue Ecken, die davon auch profitieren würden“, so Dreyer. Einige Jugendliche würden sich als richtige Künstler erweisen, so Dreyer.

Fälle von Vandalismus werden oft nicht angezeigt

Auch seitens des Polizeireviers Börde heißt es, dass Prävention das A und O sei, um die Problematik in den Griff zu bekommen. „Die Zahlen an Vorfällen sind in den vergangenen Jahren nicht angestiegen“, erklärt Polizeihauptkommissar Sebastian Richter. Die Polizei würde verschiedene Präventionsprojekte anbieten. Das Polizeirevier stehe auch in engem Kontakt mit der Stadt Haldensleben.

Das bestätigt auch Stefanie Stirnweiß von der Abteilung Stadtmarketing und Kommunikation im Rathaus. „Es gab eine größere Runde dazu, da ja auch viele davon betroffen sind. Beteiligt waren unter anderem die Stadt, die Stadtwerke, die Wohnungsbaugenossenschaft Roland und die Wohnungsbaugesellschaft Haldensleben, die Polizei, das Wasser- und Schifffahrtsamt und der Abwasserverband Untere Ohre“, erklärt sie auf Anfrage der Volksstimme.

Dennoch gab es bei den Beteiligten einen etwas anderen Tenor: Die Schmierereien hätten zugenommen. Die Diskrepanz zu den Zahlen der Polizei hinge damit zusammen, dass nicht alle Sachbeschädigungen mit bei der Polizei angezeigt werden. Die Suche nach einer wirkungsvollen Lösung blieb jedoch erfolglos.

Da es in der Vergangenheit schon mehrmals betreute Graffitiprojekte mit Kindern und Jugendlichen gab, soll an solchen Aktionen dennoch festgehalten werden, so Stirnweiß. Beispielsweise wurden der Garagenkomplex im Rolandviertel, die Trafohäuschen am Waldring, an der Masche und an der Ohrelandhalle sowie an einer Mauer am Bahnhof und am Skaterpark in Althaldensleben bunt mit Graffitis gestaltet.

Neues Graffiti-Projekt noch in diesem Jahr

Und noch dieses Jahr soll Haldensleben bunter werden: „Das nächste derartige Projekt findet in der letzten Ferienwoche vom 23. bis 27. August statt. Kooperationspartner hierbei sind die Stadt, die Kreisvolkshochschule und das Jugend- und Freizeitzentrum Der Club.“

Aber es gibt auch Ortsteile, in denen es mit Vandalismus oder Schmierereien ruhig ist. Süplingen ist beispielsweise aktuell nicht von dem Problem betroffen, wie Ortsbürgermeister Karsten Ulrich berichtet. „Stromkästen werden noch regelmäßig besprüht, aber glücklicherweise sind Hausfassaden davon nicht mehr betroffen“, sagt er. Die Täter seien wohl zur Vernunft gekommen. Der Wedringer Ortsbürgermeister André Winklinski erzählt: „Damit gibt es bei uns keine Probleme und mir ist nichts Derartiges zu Ohren gekommen.“