Haldensleben l Einem Jäger ist im Norden des Landkreises ein Wolf in die Falle gegangen. Das hat Kreisjägermeister Heinrich Schulze auf Nachfrage der Volksstimme bestätigt. Der Revierpächter hatte eine Lebendfangfalle, die dem Fang von Marderhund und Waschbär dient, aufgestellt. Als er am nächsten Tag seine Falle kontrollierte, saß in der Kastenfalle ein Jungwolf.

Durch den Jagdpächter wurde der zuständige Wolfsbeauftragte des Hegerings informiert, der sich umgehend mit der Wolfsbeauftragten des Landes Sachsen-Anhalt in Verbindung setzte. In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Referenzstelle Wolfsschutz Sachsen-Anhalt wurde das Tier unbeschadet wieder freigelassen, so der Kreisjägermeister.

Haarprobe vom Wolf genommen

Zuvor war noch eine Haarprobe des Tieres zur DNA-Ermittlung genommen worden. Es ist der erste bekannte Fall, dass ein Wolf in eine Lebendfalle gegangen ist. „Dem Jungwolf wurde wohl seine Unerfahrenheit und Neugier zum Verhängnis“, sagte Heinrich Schulze. Denn in der Falle sei kein Köder ausgelegt gewesen, der einen Wolf anlocken könnte.

Auch für Andreas Berbig von der Referenzstelle Wolfsschutz Sachsen-Anhalt, ist der unbeabsichtigte Fang eines Wolfes ungewöhnlich. Ein solcher Fall sei ihm noch nicht bekannt geworden, sagte er der Volksstimme. „Was ihn dazu veranlasst hat, kann ich auch nicht sagen“, so Berbig.

Der Fang des Wolfes ist ein weiterer Beweis dafür, dass der unter Totalschutz stehende Wolf nunmehr seit Jahren in unserem Landkreis angekommen ist, kommentierte Kreisjägermeister Schulze.

Ein Rudel in der Heide

Das nächste bekannte Wolfsrudel lebt in der Colbitz-Letzlinger Heide. Im Landkreis Börde selbst ist laut aktuellem Bericht des Landesamtes für Umweltschutz kein Wolfsrudel bekannt. Bei den immer wieder beobachteten Wölfen in der Börde soll es sich um durchziehende Einzeltiere handeln beziehungsweise um Tiere, die von ihrem Standort aus „ausschwärmen“.

Laut Wolfsmonitor hat sich die Zahl der Wölfe in Sachsen-Anhalt erhöht. Gegenwärtig gibt es ein Wolfspaar sowie zwölf Wolfsrudel. Das Verbreitungsgebiet des Wolfes habe sich nicht erweitert, vielmehr fand eine Verdichtung der bekannten Vorkommen statt, heißt es in dem Bericht.