Weferlingen l Auf die Jubiläen stieß der Bürgerverein mehr zufällig. Anlass, in Zukunft noch intensiver in der Geschichte zu forschen, damit nichts übersehen wird und genug Zeit bleibt, um solche Höhepunkte gebührend vorzubereiten. Darauf jedenfalls hat sich der Vorstand des Bürgervereins mit weiteren Aktiven verständigt, als er seine Termine für das nächste Jahr geplant hat. Solche Jubiläen können nur mit vereinten Kräften begangen werden. Wenn Vertreter der Weferlinger Vereine, Institutionen, Organisationen und weitere Interessierte am Mittwoch um 19 Uhr in der Bibliothek und Tourist-Information zusammenkommen, um die Termine für 2017 abzustimmen, wird es auch darum gehen, diese Jubiläen zu einem großen Höhepunkt zusammenzufassen. Da im nächsten Jahr auch wieder ein Markgrafenfest gefeiert werden soll, könnte sich eine Festwoche um dieses Fest ranken. Der Bürgerverein hat zunächst die Woche vom 15. bis 21. Mai ins Auge gefasst. Die Ferien beginnen 2017 wieder sehr früh, so dass die Entscheidung nicht leicht ist. „Weferlingen verdankt seine Schule der Reformation“, ist in der Schulchronik nachzulesen.

Bei der Kirche habe sich von altersher ein geistliches Lehen befunden, heißt es in der Schulchronik weiter. Dieses Lehen hatte Erzbischof Siegmund jedoch in ein Mannlehen verwandelt und es einem Mann namens Andreas Geist verliehen. Da absehbar war, dass sein Sohn ohne männlichen Nachkommen sterben würde, bat Christoph von Mahrenholz den damaligen Bischof Heinrich Julius, dieses Lehen zur Gründung einer zweiten Predigerstelle in Weferlingen zu verwenden. Dazu steht in der Chronik: „Im Jahr 1587 erfüllte der Bischof diese Bitte, das Diakonat wurde gestiftet mit der Bedingung, dass der Inhaber des dazu verwendeten Lehens bei seiner etwaigen Rückkehr in billiger Weise entschädigt werde, und dem Diakonus wurde die Pflicht auferlegt, täglich zwei Stunden Schule zu halten. Aus diesem Grunde führte der Diakonus auch den Titel ,Rektor‘.“ Das Jahr 1587 sei also als das Gründungsjahr der Schule zu Weferlingen anzusehen. Wahrscheinlich habe der Herr von Mahrenholz für die Schule auch ein eigenes Gebäude schon beschafft, „wenigstens war im Dreißigjährigen Kriege schon auf dem Kirchhofe ein besonderes Schulhaus vorhanden, wie aus dem Dokument über den Verkauf des alten Küsterhauses im Jahre 1661 hervorgeht.“

Über die Begründung des heutigen Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums kann nachgelesen werden, dass die Deutsche Oberschule in Aufbauform mit dem Schuljahr 1927/28 begründet wurde. Mit Genehmigung der Weimarer Republik begann der Schulbetrieb 1927 mit der ersten Klasse mit 25 Schülern. Da die Schülerzahl schnell wuchs, begann bereits ein Jahr später der Anbau an das Backsteingebäude. 1930 waren die ersten Räume bereits bezugsfertig. 1929 wurden bereits 190 Schüler unterrichtet. 260 Jahre alt wird die Markgräflich Kulmbach-Bayreuthsche Stiftung, die Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth für seinen Geburtsort begründete, im nächsten Jahr. Zu seinem Geburtstag am 17. Juli wurde viele Jahrzehnte ein Kinderfest gefeiert. Diese Tradition wurde zum 300. Geburtstag des Markgrafen wiederbelebt. Bei den Markgrafenfesten, die inzwischen alle zwei Jahre stattfinden, hat sich die Stiftung bisher auch mit einer finanziellen Unterstützung eingebracht.