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Kleinkunstfestival belebt Haldensleben Kultur wieder

Was sonst normal war, ist nun ein seltsamer Anblick: Eine Veranstaltung, Gesichter ohne Maske und Künstler, die mit ihren Shows erfreuen und verzaubern. Das Kleinkunstfest war für viele die erste Veranstaltung in der Corona-Pandemie.

Von Theresa Schiffl 04.07.2021, 17:46
Feuriger Abschluss: Der Höhepunkt des Kleinkunstfestes war die Show von Malabarista.
Feuriger Abschluss: Der Höhepunkt des Kleinkunstfestes war die Show von Malabarista. Foto: Theresa Schiffl

Haldensleben - Das Wetter war für die erste Veranstaltung, das Kleinkunstfest, am Wochenende perfekt: sonnig, aber nicht zu warm. Das lockte viele zu dem Fest. An vier verschiedenen Orten verzauberten und erfreuten Künstler und Schausteller mit ihren Auftritten am Wochenende die Besucher.

Vor dem Besuch der Vorstellungen mussten sich die Kunstinteressierten am Eingangsbereich mit der Luca-App registrieren oder das Formular zur Kontaktverfolgung ausfüllen. Am Hagentorplatz zeigten gegen 14 Uhr die Turnerinnen des Haldensleber Sportclubs ihr Können. Renate Schmidt, eine der Trainerinnen sagte: „Es macht den Kindern Spaß und darum geht es."

Für Gastronomen war das Kleinkunstfest ebenfalls etwas Besonderes: Sie konnten nach so langer Zeit endlich wieder Besucher an ihren Ständen bewirten. Sascha Oldenburg von der Villa Lilo freute sich, dass endlich wieder Veranstaltungen stattfinden können. „Darauf haben wir alle so lange gewartet", berichtet er mit einem Lächeln im Gesicht, während er seinen Eistee mit Orangenscheiben verfeinert.

Astrid Seifer, die Abteilungsleiterin für Kultur in der Stadtverwaltung, kümmerte sich um das Wohl der Artisten und meinte: „Es ist stressig, aber auch schön und es wird gut angenommen."

Für die drei niederländischen Künstler Jans, Rik und Marijn war das Kleinkunstfest ein ganz besonderer Tag: Ihre Vorstellung von Crêpe de la bête war ihr erster Auftritt nach mehr als einem Jahr. Akrobatin Jans erzählt, dass sie ihren Beruf mit ganzem Herzen macht. „Es fehlt einfach etwas ohne unsere Aufführungen", sagt sie.

Im weißen Garten sorgten Franziska, Jenny und Robert mit ihrem Straßentheater „Fliegende Farben" für Unterhaltung. „Die Menschen sind hungrig nach Kultur und Geselligkeit“, meint Schauspieler Robert. Auch seine beiden Kolleginnen sind sich einig: „Es tut richtig gut wieder auf der Bühne zu stehen.“ Die Künstler freuten sich über die Atmosphäre und den Kontakt zum Publikum.

Feen verzaubern Zuschauer mit ihren Kleidern

Bei ihrer kleinen „Kochshow“ sorgten sie besonders bei den Kindern für viel Freude. Den Ausruf „Dalli Dalli! Zack Zack!“ hatten sie schnell übernommen und die beiden Helfer des Chefkochs mussten noch schneller alle Zutaten bringen. Am Ende konnten die drei Köche zwar nur einen kleinen Kuchen aus dem Ofen herausholen, aber dafür durften sie in viele lachende und glückliche Gesichter blicken.

Für märchenhafte Stimmung sorgten im Weißen Garten schließlich die Schülerinnen der Schule für Mode und Design aus Magdeburger mit ihrer Feen-Kollektion. Mit ihren bunten und einigen schwarzen Outfits mit Flügeln, die mit Perlen verziert waren, schwebten die jungen Designerinnen förmlich durch den Garten und die Zuschauermenge. Und die Feen freuten sich ebenfalls über das Kleinkunstfest: „Es ist schön, seit Langem wieder Spaß zu haben und sich zu bewegen“, meint eine von ihnen. „Und es ist toll die Zuschauer zum Staunen zu bringen“, ergänzt ihre Schulkollegin.

Feuershow als Höhepunkt des Abends

Auch Musikliebhaber kamen bei mehreren Vorstellungen auf ihre Kosten. Welthits in Cover-Versionen gab es bei den Musikern von Triple Trouble und die singende und sprechende Tomate Bloody Mary sorgte gerade bei den Kindern für Begeisterung. Einen musikalischen Einsatz hatte die Jazzpolizei. Die drei „Polizisten" sorgten mit Improvisationstheater sowie mit Musik wie beispielsweise dem Lied „Probier's mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Disney-Filmklassiker „Das Junglebuch“ für Unterhaltung. Am Abend sorgte die Band Camou mit ihrer Offbeat-Pop-Musik sowie einer kleinen Bühnenshow mit Licht und viel Rauch für eine lauschige und entspannte Atmosphäre.

Der krönende Abschluss des Kleinkunstfestes war der Auftritt von Malabarista. Die Magdeburger Feuerkünstler begeisterten und erstaunten das Publikum noch einmal mit einer kunstvollen Feuer-, Licht- und Bewegungsshow.

Astrid Seifert war am Ende des Kleinkunstfestes sichtlich zufrieden: „Es lief sehr gut. Und soweit ich es mitbekommen habe, waren alle dankbar, dass Kultur und Begegnungen wieder stattfinden konnten.“ Seitens der Security, die an den Eingängen die Kontakterfassung und die Besucherzahlen kontrollierten, gab es ein positives Feedback. Es habe keine Probleme bei ihrer Arbeit gegeben und die Anmeldung mit der Luca-App hätten viele Besucher genutzt. „Die Leute haben sich an alle Regeln gehalten“, meint einer von ihnen. Von den Besucherzahlen sei es außerdem überschaubar gewesen und somit ein guter Start für die Veranstaltungssaison.