Haldensleben l Nein, die Stadtwache hat nicht einfach nur ein neues Auto gekauft. Der Kauf sei sehr wohl als politisches Signal zu verstehen, sagt Dezernentin Andrea Schulz. Denn die Stadtverwaltung wolle beim Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen. Deswegen ist es ein Elektroauto geworden. Kostenpunkt: 30.300 Euro. Das Fahrzeug sei damit etwas teurer als eine Variante mit Verbrennungsmotor, berichtet Schulz.

Die fünf Mitarbeiter der Stadtwache sollen es nutzen, um nach dem Rechten zu sehen, etwa um Gaststätten zu kontrollieren. Daneben besitzt die Stadtwache noch ein zweites Fahrzeug, eines, das vielen Autofahrern in der Stadt bekannt ist, weil aus ihm heraus teure Fotos gemacht werden. Für den silbernen Caddy, ausgerüstet mit einem Blitzgerät für Temposünder, zahlte die Stadt im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben rund 110.000 Euro.

Neben den beiden Autos der Stadtwache verfügt die Stadtverwaltung über drei weitere Fahrzeuge. Weitere Autos durch E-Fahrzeuge zu ersetzen, solle nun jedes Jahr aufs Neue geprüft werden, berichtet Schulz.

Aufladen am Gärhof

Zum Aufladen sollen die Mitarbeiter der Stadtwache die Schnellladesäule am Gärhof nutzen. Die Ladestation war im vergangenen Herbst von den Stadtwerken errichtet worden. Insgesamt haben die Stadtwerke neun öffentliche Ladesäulen im Stadtgebiet aufgestellt. Eine kürzliche Auswertung des kommunalen Unternehmens ergab, dass diese im vergangenen Jahr 82 Mal für die Ladung von Elektrofahrzeugen genutzt wurden. Von Januar bis Juli dieses Jahres verzeichneten die Stadtwerke mehr als 40 Ladungen.

Mit dem neuen Elektroauto können die Mitarbeiter der Stadtwache bis zu 337 Kilometer am Stück fahren. Das sagt Christian Rusche, der Verkaufer des Autos. Nach 30 Minuten an der Schnellladesäule sei der Akku des Fahrzeugs bis zu 80 Prozent wieder aufgeladen, berichtet der Händler, der Autohäuser in Haldensleben und Wolmirstedt betreibt.

Rusche sagt, seit Mitte des vergangenen Jahres registriere er in seinen Häusern eine gestiegene Nachfrage bei Elektrofahrzeugen. Ähnliches hatte auch der Autohändler Torsten Schubert im vergangenen Monat berichtet. Er gab an, im ersten Halbjahr 2020 bereits rund 60 E-Fahrzeuge verkauft zu haben, so viele wie im gesamten vergangenen Jahr.