Satuelle l Der Bauausschuss der Stadt Haldensleben besichtigt derzeit die umliegenden Ortsteile. Vor Kurzem wurde Hundisburg besucht, nun war Satuelle an der Reihe. Die Problemstellen der Orte und die Wünsche beider Ortschaftsräte ähneln sich.

Sowohl in Hundisburg, als auch in Satuelle gibt es marode Gebäude, die das Ortsbild schmälern, auch wenn deren Anzahl in Satuelle überschaubar ist und die „Problemgebäude vornehmlich in der zweiten Reihe“ zu finden seien, wie Burkhard Braune (CDU), Mitglied des Ortschaftsrats, erklärte.

Ein Gebäude, welches in der ersten Reihe steht, ist der ehemalige Gasthof „Zur guten Quelle“. Dieser wurde „zu DDR-Zeiten voller Enthusiasmus ausgebaut, mit Tanzsaal und allem Drum und Dran“, sagte Ortsbürgermeister Mario Schumacher (CDU). Nach der Wende sei die Gaststätte dann insolvent gegangen und ließ sich aus eigenen Mitteln nicht mehr halten.

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Ehemaliger Gasthof als Sorgenkind

Ein weiteres „Problemgebäude“ sei der ehemalige Jugendclub, der „seit vier Jahren nicht mehr genutzt wird, innen aber gut ausgestattet ist und über Sanitäranlagen verfügt“, wie Schumacher erklärte. Auch zwei weitere Gebäude an der Hauptstraße stünden leer, beziehungsweise werden von den Eigentümern vernachlässigt, sodass sie immer mehr verwahrlosen.

Die Mitglieder des Bauausschusses erfassten all diese Gebäude und Grundstücke. „Vor dem Abreißen sollten Umnutzungsmöglichkeiten bedacht werden. Wir müssen den Eigentümern Lösungsmöglichkeiten anbieten, dazu müssen aber Nutzen und Aufwand gegenübergestellt werden“, sagte Anja Reinke (Die Fraktion), Vorsitzende des Bauausschusses.

Jugendclub nicht mehr genutzt

Zudem solle auch neues Bauland erschlossen werden, denn „der Bedarf bei jungen Menschen ist da“, wie Reinke erklärte. Ein Gelände, welches sich laut Schumacher dafür anbieten würde, wäre das Brachland am Bahnhofsweg, welches zu einem Drittel der Stadt gehöre.

Wunsch nach Radweg

Zwar wünschen sich die Mitglieder des Satueller Ortschaftsrats, dass mehr junge Leute in den Ort ziehen, doch gebe es diesbezüglich noch einiges zu verbessern. So sei niemand bereit, für einen Bauplatz und zusätzlich für den Abriss eines darauf befindlichen Gebäudes zu zahlen. In diesem Zusammenhang wies Andrea Schulz, Dezernentin der Stadt Haldensleben, darauf hin, dass dafür beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Fördermittel in Höhe von bis zu 50.000 Euro beantragt werden können.

Ein weiterer Punkt, der insbesondere auch für junge Menschen wichtig sei und auf den der Ortschaftsrat laut Braune bereits seit Jahren poche, sei der Bau eines Radweges von Satuelle nach Haldensleben.

Da die Landstraße zwischen den beiden Orten jedoch im Besitz des Landkreises ist, sieht es mit der Erfüllung dieses Wunsches vorerst schlecht aus, denn dort „gibt es derzeit keine Planung, einen Radweg zu bauen“, musste Bauamtsleiter Holger Waldmann die Mitglieder des Ortschaftsrats enttäuschen. Zur Sprache kam auch die Biogasanlage vor den Toren des Dorfs. „Sie hätte nicht da hingehört, aber nun ist sie da und wir müssen uns damit arrangieren“, zeigte sich Braune resigniert.

Kritik am Schießstand

Ähnlich sehe es mit dem Schießstand „Dachsburg“ aus. Dieser erregt die Gemüter der Einwohner und des Ortschaftsrats und sei laut Schumacher „zu nahe an der Ortschaft. Selbst die Uthmödener hören es, wenn dort geschossen wird“.

Der Ortsbürgermeister führte weiter aus: „Die Anwohner können damit leben. Was wir aber nicht wollen, ist eine höhere Frequenz und die würde mit einer Sanierung forciert werden“. Reinke antwortete darauf, dass die Stadt dies in der Hand habe, da das Gelände in deren Besitz sei.

Zwar gebe es also noch die eine oder andere Baustelle, doch wurden bei der Ortsbegehung auch die schönen Seiten Satuelles gewürdigt. Im Großen und Ganzen sind sowohl die Mitglieder des Ortschaftsrats, als auch die des Bauausschusses und der Stadtverwaltung zufrieden mit dem Gesamteindruck des Ortes.