Hilfsaktion

Krankenhaus in Nepal erhält ein CT

Drei Haldensleber haben sich an einer beispielhaften Hilfsaktion beteiligt. Der Verein Nepalmed unterstützt ein Krankenhaus im Himalaya.

Haldensleben/Amppipal l Dr. Barbara Reiser hatte vor mehreren Jahren bei einer ärztlichen Weiterbildung den Verein Nepalmed kennengelernt. Das Anliegen dieses Vereins hat sie beeindruckt, und da sie und ihr Mann Dr. Michael Reiser auch noch Himalaya-Fans sind, haben sich beide entschlossen, den Verein zu unterstützen. Um medizinische und weitere Unterstützung vor allem für das entlegene Hospital in Amppipal, das in einer extrem armen Region für etwa 200 000 Menschen zuständig ist, und Hilfe für diese Region geht es bei Nepalmed. Der Arzt Dr. Arne Drews hat den Verein 2000 in Sachsen gegründet. Er hat inzwischen weltweit 420 Mitglieder.

Barbara und Michael Reiser sammeln Spenden für die Projekte und waren in den vergangenen Jahren mehrmals in Nepal. Beim jüngsten Besuch gehörte auch Dr. Ingrid Koch, Fachärztin für Anästhesie am Ameos-Klinikum Haldensleben, zur 36-köpfigen Reisegruppe. Die Ärztin konnte im Hospital eine Spende der Schwestern der Intensivabteilung des Ameos-Krankenhauses übergeben. Die Reisegruppe hat miterlebt, wie die neue Abteilung Radiologie im Amppipal-Hospital im Beisein des deutschen Botschafters Matthias Meyer eingeweiht wurde. Spontan lud der Botschafter die Gäste aus Deutschland zum Empfang am Abend ein. „Wir alle in Wandersachen bei einem Empfang, zu dem die Gäste in Festgarderobe kamen, das war schon etwas ungewöhnlich“, sagt Michael Reiser. Doch es sei ganz locker zugegangen.

Mit dem Computertomographen, den Nepalmed und die Aktion Medeor gemeinsam finanziert haben, wurden im Hospital ganz neue medizinische Möglichkeiten eröffnet. Dass in Amppipal eine neue Röntgenanlage übergeben werden konnte, dass es weitere enorme Verbesserungen für das Hospital gegeben habe, daran haben auch Spender aus der Haldensleber Region Anteil, betont Michael Reiser. So hat das Hospital eine ordentliche Zugangsstraße bekommen. Und auch eine Schwesternschule wurde hier eröffnet.

Die Reisegruppe konnte jetzt auch dabei sein, als ein Schwesternwohnheim übergeben wurde. Die Finanzierung dieses Wohnheims hat die sächsische Schülerstiftung „genial sozial“ übernommen. Schüler arbeiten dafür einen Tag im Jahr und spenden ihren Lohn. Sie entscheiden selbst, wofür der Erlös gespendet wird. Auch ein Jeep, der als Krankenwagen für das Hospital im Einsatz ist, wurde so finanziert.

Die Reisegruppe aus Deutschland hat aber nicht nur dem Hospital einen Besuch abgestattet, sondern ist auch als erste Touristengruppe auf einem Trekkingweg gewandert, der gerade erst ausgewiesen ist. „Und das bei 34 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit“, erzählt Michael Reiser. Die Monsunzeit sei noch nicht vorbei gewesen. Eine Ärztin von Nepalmed habe in den vergangenen Jahren gemeinsam mit einem Veranstalter für Trekkingtouren diesen Weg aufgebaut.

Der Wanderweg „Gorkha Heritage Trek“ führt durch das kulturelle Herzland von Nepal über den historischen Berg Ligligkot in 1450 Meter Höhe in die alte Hauptstadt Gorkha, den Stammsitz des ehemaligen nepalesischen Königshauses. Die Touren sind so angelegt, dass auch weniger geübte Trekker sie bewältigen können. Übernachtet wird in Gästehäusern, die erst aufgebaut werden, oder bei einheimischen Familien. Auf dieser Tour können die Wanderer auch das Amppipal Hospital kennenlernen. Ein Teil der Einnahmen kommt der Dorfbevölkerung im District Gorkha zugute.

Bei ihrer Wanderung haben die Deutschen auch einen kleinen Einblick bekommen, wie beschwerlich es für die Einheimischen ist, ins Krankenhaus zu gelangen. Bis zu acht Stunden sind teilweise nötig, um Patienten ins Hospital zu bringen. Und das gelte auch für Schwangere, sagt Michael Reiser. Gerade in der Zeit, in der der Monsunregen die Wege fast unpassierbar macht, eine besondere Herausforderung. Immer müssten Angehörige die Kranken begleiten, denn die Familien müssen die Patienten im Krankenhaus auch selbst versorgen.

Über das alles und noch viel mehr will Michael Reiser auch in einem Vortrag berichten. Für den 4. Mai im nächsten Jahr hat er dazu einen Termin in der Haldensleber Kulturfabrik vereinbart.

Zur Unterstützung von Nepalmed können Spenden eingezahlt werden auf das Konto DE67860954845000166776, GENODEF1GMV. Mehr Informationen unter www.nepalmed.de.