Haldensleben l „Wir wollen ihnen heute zeigen, wie vielfältig das Vereins- und Kulturleben in Haldensleben ist“, erklärte Janina Otto als Leiterin des Alsteinklubs. Gemeinsam mit der Bibliotheksleiterin Angelika Ermel begrüßte sie die zahlreichen Gäste der Veranstaltung. Gemeinsam füllen Alsteinklub und Bibliothek die Kulturfabrik mit Leben - und das bereits seit 20 Jahren.

Janina Ottos Vorgängerin Martina Wiemers blickte zurück auf vergangene Höhepunkte und Anekdoten - wie etwa die Auftritte des Satirikers Ephraim Kishon, der Schauspieler Hardy Krüger oder Harry Rowohlt, des Historikers Wolfgang Leonhard, des Publizisten und Moderators Guido Knopp, der Radsportlegende Täve Schur oder Emilie Schindler, der Frau Oskar Schindlers, der während des Holocausts Tausende Juden vor dem Tod rettete. „Beinahe wäre die Kulturfabrik sogar zur Entdeckerin von Weltstars geworden“, erklärte Martina Wiemers. Bei einem Talentwettbewerb seien auch Bill und Tom Kaulitz von der Band Tokio Hotel angetreten. Allerdings ohne Erfolg: „Bei unserer Jury sind die beiden leider durchgefallen“, so die ehemalige Leiterin des Alsteinklubs.

Auch Haldenslebens stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler war zu Gast. Sie hatte reichlich Lob im Gepäck: „Es ist beeindruckend, dass rund 300 Veranstaltungen mit insgesamt etwa 13 000 Besuchern in der Kulturfabrik jährlich stattfinden“, betonte sie. Im Oktober 2018 sei der 250 000 Gast begrüßt worden. Längst habe sich das Haus einen Ruf erarbeitet, der „weit über die Stadtgrenzen“ hinaus reiche.

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Das lies sich am Sonnabend gut beobachtet. Zahllose gesellschaftliche und kulturelle Akteure brachten sich in das Programm mit ein. Dafür sprach ihnen Angelika Ermel ihren Dank aus. Janina Otto bedankte sich bei der Stadt für „das immer neue Bekenntnis, dass Kultur wichtig ist“. Ganz besonders wandte sie sich jedoch an die Besucher, „denn unsere Arbeit würde ohne Sie keinen Sinn ergeben“.

Entdeckungsreise für die Gäste

Nach der Eröffnung konnten die Gäste auf eine Entdeckungsreise durch das Haus gehen. In jedem Raum warteten zahlreiche Überraschungen. Rund 30 Vereine sowie viele weitere Akteure hatten dafür etwas vorbereitet.

Im Dachgeschoss eröffnete die Kreismusikschule Wolmirstedt/Haldensleben das Bühnenprogramm. Einige ihrer Schüler hatten bereits die Begrüßungsworte musikalisch begleitet. Später waren verschiedene Tanzgruppen sowie der Eine-Welt-Chor an der Reihe. Die Briefmarkenfreunde von Haldensleben und Umgebung präsentierten unter anderem eine besondere Briefmarke mit dem Haldensleber Roland. Am Stand des Cafés International reichten Damen aus Eritrea Kaffee aus selbst gerösteten Bohnen. Das Gartenkollektiv „Grüne Beete“, das aus dem Netzwerk Gemeinschaftsgarten hervorgegangen ist, lud Besucher dazu ein, Papier selbst zu schöpfen. Der Clou: In das Papier kam Saat von Wildblumen hinein, sodass sich das Ganze später einfach in die Erde legen ließ.

Der Modellflugclub Haldensleben hatte verschiedene flugtaugliche Schmuckstücke dabei. Das Turmtheater präsentierte sich - ebenso wie der Imkerverein „Paul Koch“, der Kinderschutzbund, die Rosenfreunde, der Verband Deutscher Falkner und der Rassegeflügelzuchtverein „Roland“. Die Künstlerin Barbara Hoeft zeigte, wie sich Eier mit Hilfe von Wachsbatik verzieren lassen. Ihr Mann Joachim Hoeft widmete sich den Geheimnissen der Fotografie.

Kurz: Die ganze Einrichtung brummte vor Leben. Vor diesem Hintergrund könnte ein Wunsch Sabine Wendlers in Erfüllung gehen. Sie hatten den Mitarbeitern und allen Anwesenden „mindestens 20 weitere erlebnis- und ereignisreiche Jahre in und mit unserer Kulturfabrik“gewünscht.