Weferlingen l Kritik am Winterdienst ist so alt wie die sporadisch auftretenden Wintereinbrüche selbst. In der Redaktion meldeten sich in den vergangenen Tagen mehrere Leser aus Weferlingen und Umgebung wegen ungeräumter oder unzureichend geräumter Straßen oder fehlendem Streugut. Was ist los mit dem Winterdienst, wollten sie wissen.

Räumdienst geht nach Prioritätenliste

Hans-Werner Kraul, Einheitsgemeindebürgermeister gibt Auskunft: „Alle in der Verantwortung der Kommune befindlichen Straßen wurden durch den Ordnungs- und Wirtschaftsausschuss auf den Prüfstand gesetzt. In einer Prioritätenliste wurde festgelegt, welche Straßen zu räumen sind und welche nicht.“ Diese Liste wurde vom Stadtrat von Oebisfelde-Weferlingen so beschlossen und nach ihr sei in den vergangenen Wochen auch gehandelt worden. Haupt- und Sammelstraßen sowie Straßen mit besonderer Wichtigkeit seien hierbei vorrangig berücksichtigt worden.

Dies gelang nur zu einem kleinen Teil nicht bei Straßen, in denen parkende Autos oder andere Hindernisse eine Räumung unmöglich machten. Hier haben die Einsatzkräfte dies fotografisch dokumentiert.

„Zusätzlich zu den Aufgaben der Prioritätenliste habe ich in Abstimmung mit dem Ordnungsamt festgelegt, dass Hilfeersuchen in besonderen Fällen durch unseren Winterdienstleister, mit dem wir uns in ständigem Kontakt befinden, mit zu berücksichtigen sind“, berichtet Kraul weiter.

Das Streuen von Salz erfolgte in der ersten Phase, ab einer gewissen Temperatur sei dies zwecklos und wurde so unterlassen. Das Streuen von Splitt werde - verständlicherweise - vom Dienstleister verweigert, da dies massive Versicherungsleistungen für eventuell oder tatsächlich beschädigte Fahrzeuge nach sich ziehen könnte.

Kommunen standen vor Schwierigkeiten

Die Tatsache, dass es sich bei diesem Wintereinbruch um ein Wetterphänomen handelt, welches statistisch nur alle 30-40 Jahre zu befürchten ist, hat alle davon betroffenen Kommunen vor enorme Schwierigkeiten gestellt, räumt der Bürgermeister ein.

Hier gebe es Kommunen, die über eine deutlich kleinere Fläche als die Stadt Oebisfelde-Weferlingen verfügen, denen jedoch mehr als das 30-fache an Personal für den Winterdienst zur Verfügung steht und die die Nebenstraßen überhaupt nicht räumen ließen beziehungsweise räumen lassen konnten.

Die Stadt Gardelegen zum Beispiel hat 15 Firmen für den Winterdienst verpflichtet. „Wenn wir dies auch wollen, muss eine solche Regelung für die Zukunft von den verantwortlichen Ausschüssen vorberaten und die Ergebnisse daraus vom Stadtrat beschlossen werden, wobei der Umgang mit den Mehrkosten nicht aus den Augen verloren werden sollte“, gibt Hans-Werner Kraul zu bedenken.

Viele Anwohner haben sich in den zurückliegenden Tagen vorbildlich um Gehwege und sogar Fahrbahnen bemüht und unermüdlich Schnee und Eis beräumt. Hier hätten Kontrollen gezeigt, wo angepackt wird und wo nicht. Wer seiner Pflicht nicht nachkommt, könnte und sollte mit einem Ordnungsgeld belegt werden. Dann wäre vielleicht auch das Geld vorhanden, um Streugut zu beschaffen, was mehrere Bürger ebenfalls von der Stadtverwaltung gefordert hatten.