Haldensleben l „Etwas Bleibendes für Haldensleben zu schaffen“, sei Anliegen des Projekts, erläuterte Andreas Bredow, Geschäftsführer und Ausbildungsleiter beim Stendaler Fernsehen – Offener Kanal. Gemeinsam mit der Projektkoordinatorin Franziska Bartsch besprach der Medienfachmann mit den Schulsozialarbeiterinnen Samira Riegraf vom Professor-Förster-Gymnasium und Claudia Hoffmeister von der Pestalozzischule, der Koordinatorin der Schulsozialarbeiter beim Sozialwerk Kinder- und Jugendhilfe der PSW GmbH Madeleine Mähnert, dem pädagogischen Leiter des Jugendfreizeitzentrums „Der Club“ Michael Maixie Helmecke, dem Kreisschülersprecher Felix Schopf von der Gemeinschaftsschule Langenweddingen und Michael Reiser vom Verein KulturHeimat die ersten Schritte. Sie haben mit weiteren Partnern bereits im Herbst des vergangenen Jahres bei einer Medienwerkstatt zum Thema „Treffpunkt Lieblingsort – Haldensleben“ zusammengearbeitet.

Dank einer Förderung der Postcode-Lotterie wird dieses neue Projekt möglich, das jungen Leuten bis Jahresende Medienkompetenz vermitteln und die Kommunikation von verschiedenen Generationen ankurbeln will. Am Ende steht eine Premiere: Der Film über die Region Haldensleben, den in den nächsten Monaten entstehen soll, wird einem interessierten Publikum präsentiert.

„Auf den Spuren unserer Zeit“ heißt das Projekt. In Schulen und dem „Club“ wird jetzt geworben. Felix Schopf will das Thema auch im Kreisschülerrat in der Sitzung in der nächsten Woche ansprechen. Bereits in der ersten Märzwoche soll es mit einer Einführung losgehen. Das Handwerkszeug werden die Jugendlichen bis zu den Sommerferien erlernen, einmal in der Woche - donnerstags - werden sie sich mit Franziska Bartsch in der Kulturfabrik treffen und lernen, wie die Kamera gehandhabt wird, wie Aufnahmen geschnitten werden, wie Interviews geführt werden und vieles mehr. Auch was es mit Urheber- und Persönlichkeitsrechten auf sich hat, erfahren sie dabei. Franziska Bartsch hat ähnliche Projekte bereits in anderen Landkreisen auf die Beine gestellt.

Fortführung geplant

Die Mädchen und Jungen sollten mindestens 12 Jahre alt sein. 14, 15 wäre wahrscheinlich das beste Alter, stimmten die Frauen und Männer überein. Und auch darüber, dass besonders engagierte Jugendlichen nach diesem Projektjahr auf irgendeine Weise in diesem Metier weitermachen sollten, herrschte Einigkeit. Denn für das Projekt konnte der Offene Kanal Stendal extra Technik anschaffen, die dann künftig weiter zur Verfügung steht.

Als Andreas Bredow von den Möglichkeiten bei diesem Projekt sprach, geriet er fast ins Schwärmen. Denn es ist auch möglich, dafür alte Filmaufnahmen in Archiven anzukaufen: „Wir könnten zum Bundesfilmarchiv fahren, um dort was auszubuddeln.“ Selbstverständlich werden auch Amateur-Filmaufnahmen gesucht. Zunächst aber muss festgelegt werden, welchen Themen sich die Mädchen und Jungen widmen wollen. Sie müssen dafür Gesprächspartner finden, die von ihren Erlebnissen, ihren Erfahrungen berichten. Aus diesen Zeitzeugeninterviews werden eigenständige kleinere Filme entstehen, außerdem wird daraus ein Film mit Spielfilmlänge produziert. Dafür werden dann nur Teile dieser Ursprungsaufnahmen verwendet, historische Aufnahmen werden ergänzt.

Möglich wäre, dass im Zuge dieses Vorhabens auch kleine andere Projekte angepackt werden. Michael Reiser vom Verein KulturHeimat ist optimistisch. Schon bei der Medienwerkstatt im September habe sich gezeigt, dass die Mädchen und Jungen großes Interesse an diesem Metier haben, dass einige gern weitergemacht hätten. Verschiedene Projekte könnten fortgesetzt werden. Vielleicht haben Jugendliche sogar Interesse, eine Homepage für den Verein mit seinen zahlreichen Interessengruppen zu gestalten, spricht er ein weiteres Thema an. Die Gruppe der Jugendlichen muss überschaubar bleiben, doch wäre es denkbar, dass kleines Untergruppen arbeiten, meint Andreas Bredow. Und wenn es darüber hinaus Interesse gibt, die Medienarbeit noch besser kennenzulernen, könnten Mädchen und Jungen durchaus auch ein Praktikum beim Stendaler Fernsehen machen, denn der sei anerkannter Ausbildungs- und Praktikumsbetrieb.