Calvörde l „Grundsätzlich befürworten wir – als Gemeinde – die Ausweisung und Bildung eines länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservates“, betonte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU). Er verwies bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates auf ein Eckpunktepapier, das im September 2015 von einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe als Diskussiongrundlage erstellt wurde. In der Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wird die Aussage des Eckpunktepapieres bekräftigt, dass es das Ziel ist eine große Chance für Natur und Landschaft, für die Landwirtschaft und insbesondere für die nachhaltige Tourismusentwicklung sei.

Bürgermeister Schliephake erklärte, dass er es für sinnvoll hält, die Ortslage Flecken Calvörde mit seinem Gewerbegebiet aus dem Reservat heraus zu nehmen. „Die Planungshoheit der Gemeinden und die wirtschaftliche Entwicklung werden durch das Reservat zwar nicht eingeschränkt, jedoch ist nicht auszuschließen, dass Alternativentscheidungen von potenziellen Investoren zugunsten eines Standortes außerhalb dieses Gebietes vorgenommen werden. Das wäre für den Gewerbestandort von Nachteil“, so der Bürgermeister.

Erstaunt war Gemeinderat Hubertus Nitzschke (FUWG), dass das Biosphärenservat doch viel größer sei, als anfänglich dargestellt. „Berenbrock und Elsebeck sind ja jetzt nicht mehr Randgebiet, sondern es ist – von heute auf morgen – mittendrin?“, stellte Nitzschke fest.

Schliephake erklärte, dass das Reservat eine bestimmte Mindestgröße haben muss, um anerkannt zu werden. Deshalb sei auch das Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Gebiet Klüdener Pax-Wanneweh mit in den Plan aufgenommen worden.

„Was mich ärgert ist, dass die Menschen, die später im Biosphärenreservat wohnen, nicht aufgeklärt sind. Wir müssen ihnen sagen, was genau auf sie zukommt“, appellierte Nitzschke. Er regte an, eine Informationsveranstaltung mit dem Naturparkleiter Fred Braumann für die Bürger der betroffenen Orte zu organisieren.

"Das Biosphärenreservat ist kein Schreck

Gemeinderat Gerhard Reinecke (CDU) betonte: „Das Biosphärenreservat ist kein Schreckgespenst.“ Die Aufgabe des Tourismus- und Vermarktungskonzeptes Drömling bestehe – nach den Ausführungen von Reinecke – darin, im Bereich Erholung und Tourismus mit dem Ziel einer nachhaltigen regionalen Entwicklung zu erarbeiten.

„Es geht um die sinnvolle, vernünftige und effiziente Nutzung des Drömlings als Biosphärenreservat. Das heißt, auf der einen Seite ist der Drömling Naturschutzgebiet und auf der anderen Seite geht es um die sanfte touristische Erschließung. Auch die Wirtschaftskomponente spielt eine wichtige Rolle“, erklärte Reinecke.