Eimersleben l „Zwei Fahrzeuge in zwei Jahren an eine Feuerwehr zu geben, das ist auch ein Vertrauensbeweis an euch Kameraden“, sagt Gemeindewehrleiter Andreas Wolter.

Die Freiwillige Feuerwehr Eimersleben hat nach einem Gerätewagen 2017 am Sonnabend ein neues Mittleres Löschfahrzeug (MLF) erhalten. Antje Jacobs, Ordnungsamtsleiterin und stellvertretende Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Flechtingen, überreichte an Wehrleiter Frank Alvermann die Schlüssel und - inzwischen eine schöne Tradition der Verbandsgemeinde - eine Torte mit einem essbaren Foto des neuen Fahrzeuge obendrauf.

Rund 16 Monate waren ins Land gegangen, bis die Anschaffung perfekt gemacht werden konnte. An zwei heißen Tagen im Juli schließlich konnte das Fahrzeug von Ulm nach Eimersleben überführt werden. Die 230.000 Euro Kosten hatte die Verbandsgemeinde Flechtingen ohne Fördermittel gestemmt, da die kompliziert gestrickten Förderbedingungen des Landes nicht in Frage kamen.

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Das Fahrzeug mit einem 16-Tonnen-Fahrgestell kann neben einer umfangreichen Ausstattung für den Löscheinsatz 3000 Liter Wasser an Bord haben. „Das bietet uns ein Stück weit mehr Sicherheit“, so der Wehrleiter. Beim ersten Einsatz bei einem Flächenbrand bei Ostingersleben hatte sich das MLF mit Platz für einen Gruppenstärke bereits bewährt.

Tagesbereitschaft ist gegeben

Die Eimersleber Feuerwehr kann dank zweier zuverlässiger Arbeitgeber vor Ort, die aktive Kameraden in ihren Reihen beschäftigen und diese im Einsatzfall sofort freistellen, als Feuerwehr mit Tagesbereitschaft in der Verbandsgemeinde ausrücken. Das ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr, wo Arbeitnehmer oft kilometerweit zu ihren Arbeitsorten pendeln.

Frank Alvermann hatte aus diesem Grund für die Wolter GbR und die Klussmann GbR eine Ehrung beim Landesfeuerwehrverband organisiert. Sie wurden für ihr vorbildliches Engagement mit dem Titel „Partner der Feuerwehr“ ausgezeichnet.

Zahlreiche Gäste ergriffen das Wort für ein Grußwort. Kreisbandmeister Matthias Schumann zeigte sich gespannt auf das neue Fahrzeug und dessen Ausstattung, denn auch für ihn sei es das erste MLF dieser Art.

Ein Grußwort gab es auch von der polnischen Partnerwehr der Eimersleber Kameraden, die mit einer ganzen Delegation die lange Anreise in Kauf genommen hatten, um der Fahrzeugübergabe beizuwohnen. Nach einer Taufe mit dem roten Inhalt einer Flasche Sekt erhielt der MLF sogar einen Namen. Nach dem polnischen Wehrleiter wird es künftig Marek heißen. Für die gute Zusammenarbeit bereiten die polnischen Brandschützer sogar eine besondere Ehrung für Frank Alvermann vor. Die Eimersleber wurden schon einmal vorsorglich zum Gegenbesuch nach Pietrowice eingeladen.

Den guten Wünschen für allzeit gute Fahrt mit dem MLF schlossen sich auch die jüngsten „Teichwichtel“ aus der örtlichen Kindertagesstätte an. Viele von ihnen sind selbst schon in der Kinderfeuerwehr aktiv und trugen am Sonnabend ihre „Einsatzkleidung. Die Kinder hatten sogar ein Feuerwehrauto selbst gebastelt, das sie den Kameraden am Sonnabend überreichten.