Behnsdorf l Nach einem Jahr Pause haben sich die Verteter von Behnsdorfer Vereinen und Institutionen wieder aufgerafft und einen Neujahrsempfang abgehalten. Nach der Heimatstube vor zwei Jahren ging es dieses Mal in die Kulturscheune. Aus gutem Grund, konnte doch ein Teil des historischen Gebäudes auf dem Pfarrhof im vergangenen Jahr mit einer neuen Dachkonstruktion saniert, gedämmt und schallisoliert werden. Längst hat sich die Kulturscheune zu einem kulturellen Zentrum für den Ort entwickelt, in dem Angebote für die ganze Familie stattfinden. Matthias Spenn hatte altbewährt die Begrüßung übernommen und richtete den Blick der zahlreichen Gäste dann auch in Richtung Dach und zum jüngsten Projekt, dem neu gestalteten Tresen.

Leider hatten sich die Schäden am Dach während der Bauarbeiten als größer herausgestellt als gedacht, so dass nicht die gesamte Dachfläche gemacht werden konnte. Deshalb soll es nun in diesem Jahr weitergehen. Die Landeskirche hat bereits 50.000 Euro in Aussicht gestellt, die Kirchengemeinde und der Kulturscheune-Verein bemühen sich aber auch um Spenden, um den Eigenanteil aufbringen zu können.

Dank an freiwillige Helfer

Matthias Spenn betonte das Engagement der Behnsdorfer, die viel Eigenleistungen in das Objekt gesteckt hatten, so beim schweißtreibenden Streichen der Dachkonstruktion in größter Hitze. Allen freiwilligen Helfern galt zum Neujahrsempfang am Sonntag ein großes Dankeschön.

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Die vielfältigen Aktivitäten der Vereine für ein gemeinschaftliches Leben im Dorf seien nur durch ehrenamtliches Engagement der Bürger möglich. Erste Vorschläge für Veranstaltungen 2019 wurden bereits in einem Plan zusammengefasst.

Angesichts moderner sozialer Medien und der bevorstehenden Europa- und Kommunalwahlen im Mai sprach Matthias Spenn von rasanten Veränderungen in der gesellschaftlichen Gegenwart. Destruktive Kämpfe zu den Wahlen seien fehl am Platze, „wir alle sind verantwortlich für das Miteinander in unserer Gesellschaft“, sagte er. Andererseits sei es aber auch wichtig, sich einzumischen und konstruktiv mitzuwirken.

Werben um Kandidaten

Im September jährt sich das 80. Mal der Beginn des II. Weltkrieges. Damals seien es verschiedene Gruppen gewesen, die Zwietracht gesät hätten, erinnerte der Behnsdorfer an die katastrophalen Auswirkungen. Heute sei es wieder aktueller denn je, Hass und Gewalt entgegenzutreten. „Wir müssen aufmerksam sein, Europa und Behnsdorf im Blick behalten“, so Matthias Spenn. Denn es gebe viele Herausforderungen zu meistern. Als Beispiel nannte Matthias Spenn den Klimaschutz.

Verbandsgemeindebürgermeister Mathias Weiß (parteilos) bedankte sich bei den Behnsdorfern für die Einladung. Auch er ging auf die Wahlen ein, zu denen eine breite Meinungsvielfalt nur dann möglich ist, wenn sich viele Frauen und Männer für eine Kandidatur entschließen.

Mit dem Integrierten gemeindlichen Entwicklungskonzept (IGEK), das aktuell ausgearbeitet werden soll, werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Er rief zur Mitarbeit auf, denn nur was im IGEK verankert sei, könne langfristig auch umgesetzt werden.

Breitband war auch Thema

Zum modernen Breitbandausbau warb der Verwaltungschef um Verständnis für den langen Vorbereitungsprozess. „Für uns war es eine Herausforderung im vergangenen Jahr, Partner zu finden“, so Mathias Weiß. Doch jetzt seien die Verantwortlichen guter Dinge, dass bis März erste Ergebnisse vorliegen, die einen Startschuss zum Ausbau in der Gemeinde Flechtingen bringen. Er gehe davon aus, dass Flechtingen mit Behnsdorf und Belsdorf gemeinsam ausgebaut werden könne.

„Hier im Ortsteil wird gut gelebt“, stellte Flechtingens Bürgermeister Tim Krümmling (CDU) angesichts der schönen Kulturscheune fest. Doch das alles ginge nicht ohne die aktive und passive Unterstützung vieler Einwohner. Passiv erwähnte er deshalb, weil Engagement natürlich nicht ohne das Verständnis der Familien, Ehe- oder Lebenspartner funktionieren würde. Ob in der Gemeinde, beim Fußball, bei Festen bis hin zu den fleißigen Kuchenbäckern zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen gebe es viele, die ihre Kraft, Energie und Zeit in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Dafür könne er sich nur vielmals bedanken.

Kritik gab es dazu aus den Reihen der Behnsdorfer. Es sei viel zu selten, dass Ehrenamt und uneigennütziger Einsatz für das Dorfleben gewürdigt werde. Als Anregung der Behnsdorfer konnten Bürgermeister Tim Krümmling und einige anwesende Gemeinderatsmitglieder den Vorschlag mitnehmen, einen Ehrenamtspreis in der Gemeinde Flechtingen einzuführen. Mit einem solchen Dankeschön ließe sich so mancher stille Helfer in allen Ortsteilen überraschen.